Ehre : Schauspiel in 4 akten

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1901
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Page 157 - ... Gelde, das wir euch verdient haben . . . Das nennt ihr Wohltaten erweisen! - Ich habe mit Nägeln und Zähnen um euern Gewinst gerungen und nach keinem Lohne gefragt. - Ich habe zu euch emporgeschaut, wie man zu Heiligen emporschaut . . . Ihr wart mein Glaube und meine Religion . . . Und was tatet ihr? - Ihr stahlt mir die Ehre meines Hauses, denn ehrlich war es, wenn's auch euer Hinterhaus war. - Ihr stahlt mir die Herzen der Meinigen, denn ob sie auch schmutzige Bettler sind, lieb halt...
Page 98 - Der versäuft doch bloß den Lohn und schlägt einen . . . Ich will einen feinen Mann, und wenn ich den nicht kriegen kann, will ich lieber jar keinen — Und Kurt ist immer fein zu mir gewesen . . . Da hab' ich keine ruppigen Worte gelernt . . . Die hab' ich hier im Haus
Page 98 - Und Vater schimpft und Mutter schimpft . . . Und man näht sich die Finger blutig! . . . ^ Und kriegt fünfzig Pfennig pro Tag . . . Das reicht noch < nicht 'mal zu's Petroleum . . . Und man ist jung und hübsch! . . . Und möcht' jern lustig sein und hübsch angezogen jehn . . . Und möchte gern in andre Sphären kommen . . , Denn ich war immer fürs Höhere ... Ia, , das war ich ... Ich hab' immer gern in de Bücher gelesen . . . Und wegen's Heiraten!
Page 63 - Leonore doch überlegen. Sie scheint unter dem Strich aufgewachsen. „Ich bemühe mich so sehr, Sie zu verstehen, daß ich schon angefangen habe, Sie zu bedauern," so führt dieses Pfundmädchen einen Reserveoffizier ab. Auf die Frage, was sie liest, erwidert die Kommerzienratstochter: „Etwas, was die Märtyrer des Vergnügens kaum interessieren wird, denn es dreht sich nur um die Märtyrer der — Arbeit.
Page 132 - Sinn hätte die Jungfrauenehre, um die es sich hier handelt, als dem künftigen Gatten eine gewisse Mitgift von Herzensreinheit, von Wahrhaftigkeit und Neigung zu verbürgen. Denn nur zum Zwecke der Heirat ist sie da ... Nun frage gefälligst in der Sphäre nach, der du entstammst, ob deine Schwester mit dem Kapital, das ihr heut in den Schoß fiel, nicht eine weit begehrenswertere Partie geworden ist, als sie jemals gewesen ist.
Page 121 - Wollt' ich sagen . . . MICHALSKI Stimmt schon, Vater. HEINECKE Wahrhaftig, et stimmt! . . . Also mein Sohn, jeh du hübsch auf die Sperlingsjagd, ick behalte meine Taube und werde ihr gleich versilbern jehn! MICHALSKI Bravo! ROBERT Und du, Mutter. . . . Sie wendet sich ab Auch du! . . . Mein Gott, was kann ich noch? . . . Alma, es handelt sich um dich! ... Ich will dir alles abbitten! Aber hilf du mir. Ergreift sie bei der Hand, sie sträubt sich, er zieht sie nach der Mitte Du hast dich verschenkt!...
Page 14 - Da wär' man also! ... Ich weiß noch gar nicht: Ist es denn möglich? . . . Am Ende träum' ich wieder mal bloß. Das wär 'ne schlimme Geschichte! . . . Ach — und das Heimweh! — Herr des Himmels, das Heimweh! . . . Denkt euch mal, da sitzt man zur Nachtzeit in einem Winkel, und alles, was man verlassen hat, steht lebendig um einen 'rum, Mutter, Vater — der Hof, der Garten, die Fabrik — und mit...
Page 109 - Summe ungewöhnlich hoch bemessen, um ein unbedachtes Versprechen einzulösen, das Ihr lieber Sohn gestern dem meinigen abzunötigen wußte ... Sie beläuft sich auf zögert und schluckt fünfzigtausend Mark. HEINECKE mit einem Aufschrei Jesus, Herr Kommerzienrat, ist das Ihr Ernst? FRAU HEINECKE Mir wird schwach! Sinkt in einen Stuhl, von Auguste unterstützt MÜHLINGK beiseite Ich habe zu hoch taxiert Laut Ich frage Sie noch einmal, sind Sie mit vierzigtausend Mark zufrieden? MICHALSKI Ich denke,...
Page 96 - Eltern zu verpflanzen, sonst nähm' ich euch mit mir — ganz egal wohin — bloß weit, weit weg, wo du nur mir gehörst. — Mir und der Arbeit. — Denn das kannst du mir glauben: Ein volles Müdewerden ist schon ein halbes Glücklichsein. — Die Eltern werden natürlich bei uns wohnen. Und du sollst mir helfen, für sie zu sorgen. — Neben der Schneiderarbeit wirst du waschen und kochen. — Wirst sie pflegen und ihre Launen ertragen. Willst du das? ALMA Wenn du willst. ROBERT Nein, du mußt...
Page 158 - Ihr wart mein Glaube und meine Religion . . . Und was tatet ihr? — Ihr stahlt mir die Ehre meines Hauses, denn ehrlich war es, wenn's auch euer Hinterhaus war. — Ihr stahlt mir die Herzen der Meinigen, denn ob sie auch schmutzige Bettler sind, lieb hatt' ich sie doch, — ihr stahlt mir das Kissen, auf dem ich mein Haupt niederlegen wollte, um auszuruhn von der Arbeit für euch — ihr stahlt mir den Heimatsboden — ihr stahlt mir die Liebe zu den Menschen und das Vertrauen zu Gott — ihr stahlt...

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