Ein Denken, das zum Sterben führt: Selbsttötung, das Tabu und seine Brüche

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Vandenhoeck & Ruprecht, 2004 - History - 200 pages
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Contents

Vorwort
7
Matthias Kettner und Benigna Gerisch
38
Hector Wittwer
67
Marianne Schuller
83
Margarethe Berger
97
Annette Runte
115
Copyright

Common terms and phrases

Popular passages

Page 91 - Denn jetzt steig ich in meinen Busen nieder, Gleich einem Schacht, und grabe, kalt wie Erz, Mir ein vernichtendes Gefühl hervor. Dies Erz, dies läutr ich in der Glut des Jammers Hart mir zu Stahl; tränk es mit Gift sodann, Heißätzendem, der Reue, durch und durch; Trag es der Hoffnung ewgem Amboß zu, Und schärf und spitz es mir zu einem Dolch; Und diesem Dolch jetzt reich ich meine Brust: So!
Page 84 - Mit der Penthesilea kann ich mich noch nicht befreunden. Sie ist aus einem so wunderbaren Geschlecht und bewegt sich in einer so fremden Region, daß ich mir Zeit nehmen muß, mich in beide zu finden.
Page 92 - Aus dem Bereiche der Kunst aber sind die dunklen Mächte gerade zu verbannen, denn in ihr ist nichts dunkel, sondern alles klar und durchsichtig, und mit jenen Übersichtigkeiten ist nichts als der Krankheit des Geistes das Wort geredet und die Poesie in das Nebulose, Eitle und Leere hinübergespielt, wovon Hoffmann und Heinrich von Kleist in seinem Prinzen von Homburg Beispiele liefern.
Page 13 - ... Schacht, und grabe, kalt wie Erz, ». Mir ein vernichtendes Gefühl hervor. ' Dies Erz, dies läutr' ich in der Glut des Jammers Hart mir zu Stahl; tränk' es mit Gift sodann, Heißätzendem, der Reue, durch und durch; Trag' es der Hoffnung ew'gem Amboß zu, Und schärf' und spitz' es mir zu einem Dolch; Und diesem Dolch jetzt reich
Page 92 - So war es ein Versehen. Küsse, Bisse, Das reimt sich, und wer recht von Herzen liebt, Kann schon das eine für das andre greifen.
Page 90 - Wie manche, die am Hals des Freundes hängt, Sagt wohl das Wort: sie lieb ihn, o so sehr, Daß sie vor Liebe gleich ihn essen könnte; Und hinterher, das Wort beprüft, die Närrin! Gesättigt sein zum Ekel ist sie schon. Nun, du Geliebter, so verfuhr ich nicht. Sieh her: als ich an deinem Halse hing, Hab ich's wahrhaftig Wort für Wort getan; Ich war nicht so verrückt, als es wohl schien.
Page 84 - Knien meines Herzens« daß ich damit vor Ihnen erscheine; möchte das Gefühl, das meine Hände ungewiß macht, den Wert dessen ersetzen, was sie darbringen.
Page 88 - Tränen weint ich, wenn ich dachte, Daß ein Gefühl doch, Unerbittlicher, Den marmorharten Busen dir durchzuckt. ACHILLES. Geliebte Königin! PENTHESILEA. Wie aber ward mir, O Freund, als ich dich selbst erblickte -! Als du mir im Skamandrostal erschienst, Von den Heroen deines Volks umringt, Ein Tagsstern unter bleichen Nachtgestirnen! So müßt es mir gewesen sein, wenn er Unmittelbar, mit seinen weißen Rossen, Von dem Olymp herabgedonnert wäre, Mars selbst, der Kriegsgott, seine Braut zu grüßen!...
Page 123 - Schwester und wie verdächtig die waren und worauf verdächtig. Schliff Nr. 331 , das hätte er dem Professor gern erklärt, aber hier wurde seine Schwester geschliffen von Schmerzen und irgendwas, was er in seinem Gebiet nicht erforschen hatte können, und der Schliff seiner Schwester, die aus der Neuzeit war und nicht aus dem Mesozoikum, den vermochte er nicht zu beschreiben und zu bestimmen, nur das Gestein gab einen Halt, hatte Struktur, Textur, Fundpunkte. Und Franza hatte Worte und dann wieder...
Page 86 - geh, mein süßes Kind! Mars ruft dich! Du wirst den Pelei'den dir bekränzen: Werd eine Mutter, stolz und froh, wie ich — " Und drückte sanft die Hand mir, und verschied.

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