Eine Analyse der theatralen Strategien und Gestaltungsweisen der absoluten Andersartigkeit in Koltès "Roberto Zucco"

Front Cover
GRIN Verlag, 2010 - 32 pages
0 Reviews
Wissenschaftlicher Aufsatz aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Romanistik - Franzosisch - Literatur, Note: 1,0, Humboldt-Universitat zu Berlin (Institut fur Romanistik), Veranstaltung: Le theatre de Koltes, Sprache: Deutsch, Abstract: Der vorliegende Essay fragt nach den Konfigurationen der absoluten Andersartigkeit in Bernard-Marie Koltes Theaterstuck Roberto Zucco aus dem Jahre 1989, welches posthum an der Berliner Schaubuhne in einer Inszenierung von Peter Stein seine Premiere feiert und bis heute das meistgespielte Stuck aus dem Repertoire des Autors ist. Grundlage des Stucks ist ein 'fait divers', namlich die Geschichte des italienischen Serienkillers Roberto Succo, der Ende der 1980er Jahren auch im Suden Frankreichs gemordet und vergewaltigt hat. Dieses Faktum dient jedoch nur als Schablone und ist der ausdrucklichste u. a. zahlreichen intertextuellen Verweisen der kunstlerischen Perspektivierung. Auf diese Weise wird jedoch die asthetische Dimension mit einer politischen verklammert, so dass die Interaktion zwischen Text/Theater und Gesellschaft/Geschichte (Julia Kristeva) akzentuiert ist. Entgegen der skandal tragenden Behauptung Koltes verklare und glorifiziere mit seinem Zucco die Gewalt des historischen Succo, da ihn der Text weder beurteilt noch verurteilt, handelt es sich im Theaterstuck explizit um eine 'dramatis personae'. Zwar ist diese differance (Jacques Derrida) phonetisch kaum horbar, sie wird aber an einem einzelnen Graphem lesbar und sichtbar. Aufgrund des historischen Hintergrunds ladt der mythische Held des Textes den Zuschauer nicht zu einer Identifizierung ein, wodurch schon eines der Hauptmerkmale des Textes benannt ist. Dementsprechend fragt das Stuck nicht nach den Motiven der Person, da Koltes nicht versucht sie psychologisch erklarbar oder nachvollziehbar zu machen. Vielmehr mordet der ratselhafte Zucco 'sans raison', d. h. im doppelten Sinne des Begriffs: ohne Grund und ohne Verstand, so dass es weder eine sinnhafte, vernunftige Letz
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Other editions - View all

Common terms and phrases

Bibliographic information