"Eine unsäglich scheußliche Sprache" - Die Sprachverfallsdebatte und ihre journalistische Aufarbeitung im Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL

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GRIN Verlag, 2009 - 102 pages
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Magisterarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik, Note: 1,0, Rheinisch-Westfalische Technische Hochschule Aachen (Institut fur Sprach- und Kommunikationswissenschaften), 110 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Der Topos vom Verfall der Sprache ist spatestens seit dem 19. Jahrhundert Element der deutschen Sprachkritik. Mit dem Aufkommen der historisch vergleichenden Methodik in der Sprachwissenschaft wurde die Entwicklung der Sprache seit dem Mittelhochdeutschen zunehmend als Sprachverfall betrachtet1. Schopenhauer vertrat beispielsweise die Ansicht, dass die Sprache stufenweise immer schlechter" werde. Sprachgebrauch, der als falsch eingestuft wird, schlechter Stil oder die Einfuhrung von fremden Wortern und Wendungen aus anderen Sprachen werden seitdem regelmassig als Belege fur den Verfall der Sprache angefuhrt. Diese Skepsis gegenuber dem Wandel von Sprache setzt sich bis zum heutigen Tage fort und dominiert insbesondere die offentliche Sprachkritik in den Massenmedien. Uberschriften wie Eine unsaglich scheussliche Sprache'," die eine SPIEGEL- Titelstory benennt, zeugen von einer hauptsachlich von Pessimismus gepragten Sicht von Sprachwandel. Kritik an Sprache und Sprachgebrauch wird zumeist vor dem Hintergrund der Annahme eines stetig fortschreitenden Verfalls der Sprache geubt. In der Linguistik hingegen wird, wie schon bei Saussure, der das Prinzip der Transformation der Sprache in der Zeit formuliert hat4, von einem stetigen Sprachwandel entsprechend der sich andernden sprachlichen Bedurfnisse angesichts einer sich verandernden Umwelt ausgegangen. Die vorliegende Arbeit untersucht mittels einer Analyse der seit 1964 bis 2007 im Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL und bei SPIEGEL Online erschienenen Beitrage zur Sprachverfallsthematik, mit welchen Argumenten die These vom Sprachverfall belegt wird, um die Begrundungen und Implikationen daraufhin linguistischen Grundannahmen und Erkenntnis

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