Einleitung in das Sprachstudium: ein Beitrag zur Geschichte und Methodik der vergleichenden Sprachforschung

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Breitkopf und Härtel, 1880 - Comparative linguistics - 141 pages
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Popular passages

Page 60 - Dialektspaltung eintritt , stets dieselbe , und alle Wörter , in denen der der Lautbewegung unterworfene Laut unter gleichen Verhältnissen erscheint, werden ohne Ausnahme von der Änderung ergriffen.
Page 18 - Naturkörper anzusehen, die nach bestimmten Gesetzen sich bilden, ein inneres Lebensprinzip in sich tragend sich entwickeln, und nach und nach absterben, indem sie, sich selber nicht mehr begreifend, die ursprünglich bedeutsamen, aber nach und nach zu einer mehr äusserlichen Masse gewordenen Glieder oder Formen ablegen oder verstümmeln, oder missbrauchen, dh zu Zwecken verwenden, wozu sie ihrem Ursprünge nach nicht geeignet waren.
Page 32 - Bei sorgsamem Lesen altdeutscher Quellen entdeckte ich täglich Formen und Vollkommenheiten, um die wir Griechen und Römer zu neiden pflegen, wenn wir die Beschaffenheit unserer jetzigen Sprache erwägen; Spuren, die noch in dieser trümmerhaft und gleichsam versteint stehen geblieben, wurden mir allmählich deutlich und die Übergänge gelöst, wenn das Neue sich zu dem Mitteln reihen konnte und das Mittele dem Alten die Hand bot.
Page 17 - Buche eine vergleichende, alles Verwandte zusammenfassende Beschreibung des Organismus der auf dem Titel genannten Sprachen, eine Erforschung ihrer physischen und mechanischen Gesetze und des Ursprungs der die grammatischen Verhältnisse bezeichnenden Formen.
Page 32 - Lesen altdeutscher Quellen entdeckte ich täglich Formen und Vollkommenheiten, um die wir Griechen und Römer zu neiden pflegen, wenn wir die Beschaffenheit unserer jetzigen Sprache erwägen; Spuren, die noch in dieser trümmerhaft und gleichsam versteint stehen geblieben, wurden mir allmählich deutlich und die Übergänge gelöst, wenn das Neue sich zu dem Mitteln reihen konnte und das Mittele dem Alten die Hand bot. Zugleich aber zeigten sich die überraschendsten Ähnlichkeiten zwischen allen...
Page 32 - Spuren, die noch in dieser trümmerhaft und gleichsam versteint stehen geblieben, wurden mir allmählich deutlich und die Übergänge gelöst, wenn das Neue sich zu dem Mitteln reihen konnte und das Mittele dem Alten die Hand bot. Zugleich aber zeigten sich die überraschendsten Ähnlichkeiten zwischen allen verschwisterten Mundarten und noch ganz übersehene Verhältnisse ihrer Abweichungen. Diese fortschreitende, unaufhörliche Verbindung bis in das einzelnste zu ergründen und darzustellen schien...
Page 2 - Das alte indische Sonskrito dh die gebildete oder voUkommne auch Gronthon dh die Schrift- oder Büchersprache hat die größte Verwandtschaft mit der römischen und griechischen so wie mit der germanischen und persischen Sprache. Die Ähnlichkeit liegt nicht bloß in einer großen Anzahl von Wurzeln, die sie mit ihnen gemein hat, sondern sie erstreckt sich bis auf die innerste Struktur und Grammatik. Die Übereinstimmung ist also keine zufällige, die sich aus Einmischung erklären ließe; sondern...
Page 79 - Frage bloss aus Ideen betrachtet, wohl nicht zu weit, indem man allgemein annimmt, dass ursprünglich jeder Begriff nur durch Eine Sylbe bezeichnet wurde.
Page 4 - In Sprachen hingegen, die statt der Flexion nur Affixa haben, sind die Wurzeln nicht eigentlich das; kein fruchtbarer Same, sondern nur wie ein Haufen Atome, die jeder Wind des Zufalls leicht auseinandertreiben oder zusammenführen kann ; der Zusammenhang eigentlich kein andrer, als ein bloß mechanischer durch äußere Anfügung. Es fehlt diesen Sprachen im ersten Ursprünge an einem Keim lebendiger Entfaltung...
Page 79 - Object, ein äusseres oder inneres, auf den Menschen macht; und der durch die Lebendigkeit dieses Eindrucks der Brust entlockte Laut ist das Wort. Auf diesem Wege können nicht leicht zwei Laute Einem Eindruck entsprechen.

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