Einleitung in die höhere mathematische Physik

Front Cover
F. Dümmler, 1901 - Science - 399 pages
0 Reviews
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Other editions - View all

Common terms and phrases

Popular passages

Page 6 - Körper, soweit wir es beurteilen können, ganz unverändert ansdauern, andere nur geringe Änderungen, wieder andere erhebliche Änderungen erfahren usf Wollen wir also nicht annehmen, dafs die Zeit auf verschiedene Substanzen verschieden wirkt, so bleibt nichts übrig, als vorauszusetzen, dafs es überhaupt nicht die Zeit ist, wodurch Veränderungen entstehen, sondern etwas anderes. Wir nennen dieses Andere Ursache und werden davon bald sprechen. In der mathematischen Physik jedenfalls wird die...
Page 39 - B. 18 .Nun hängt aber der Verlauf einer und derselben Erscheinung stets von der Ausdehnung und der Gestalt der Körper ab und ebenso von •der Zeit. Wenn wir ein Naturgesetz aufstellen wollen, welches für alle Fälle pafst, müssen wir es so aussprechen, dafs wir es von einem Falle für alle anderen durch Rechnung oder Konstruktion zu ermitteln vermögen. Seit Newton verfährt man deshalb in der Weise, dafs man sich die Körper und die Zeit in unmefsbare kleine Teile zerlegt denkt und das Naturgesetz...
Page 24 - ... sein und vielleicht mit der nervösen Konstitution zusammenhängen. Man gerät ins Uferlose, wenn man jeder Empfindung einen besonderen Sinn zuschreiben will, und weifs auch keine Organe zur Aufnahme des Sinnes anzugeben (für Temperatursinn und Raumsinn sind solche Organe freilich namhaft gemacht). Die Sinnesempfindungen werden von den Sinnesorganen aufgenommen und durch die Sinnesnerven ins Centralnervensystem fortgeleitet, woselbst sie sich in Wahrnehmung umwandeln. Nur die Einwirkung auf...
Page 24 - Aufsenwelt gewissennafsen abtasteten. So sollten die Körper uns sichtbar werden, indem aus den Augen, wie aus einer Laterne, Fühlstrahlen sich ausstreckten und die Körper absuchten. Wir gehen von der entgegengesetzten Ansicht aus, dafs die Aufsenwelt auf unsere Sinne einwirkt und unsere Seele diese Einwirkung in ihrer Weise auffafst. Abhängig ist diese Auffassung von dem Sinnesorgan, auf welches eingewirkt wird, weniger dagegen von der Art der Einwirkung. Für die Vorstellung ganz gleiche Arten...
Page 5 - Raume kein Körper irgend wie seine Eigenschaften ändern. Das ist eigentlich das Wesentliche. Der Raum als solcher verleiht also den Substanzen entweder gar keine Eigenschaften oder jeder Substanz immer nur die nämlichen. Kennen wir diese Eigenschaften für einen Ort oder eine Lage im Raume, so finden wir sie in genau gleicher Weise an allen Orten und in allen anderen Lagen, wenn eben nichts Anderes dazu kommt. Der Leser wird dieses für selbstverständlich ansehen, es ist es aber nicht, denn wir...
Page 45 - ... Einzelnen zu durchschauen. Man hat sich deshalb vielfach gewöhnt, nur von den beiden ersten Prinzipien Gebrauch zu machen, die so ungemein bequem sind. Manche haben auch geglaubt, in das Wesen der Vorgänge zu dringen, sei doch ein vergebliches Bemühen, deshalb reichten diese beiden Prinzipe für uns überhaupt aus. Allein das erstere kommt einem banausischen Hintansetzen aller Einsicht im Verhältnis zur gewöhnlichen Praxis gleich, das zweite schliefst ein unnötiges Verzichtleisten auf den...
Page 15 - ... dazu besonderer Mittel, die im ersten Falle nicht nötig sind. Ebensowenig kann ein Körper, der, wenn man ihn freiläfst, von selbst zur Erde fällt, wieder frei von der Erde aufsteigen; man mufs ihn heben. Der Leser wird schon merken, dafs der Gegenstand mit der Frage nach Vorgängen zusammenhängt, die von selbst geschehen. Man nennt solche Vorgänge natürliche Vorgänge, weil wir sie in der Natur unter allen Umständen von selbst sich abspielen sehen. Das Beispiel der Wärmestrahlung ist...
Page 45 - Energien abgenommen, so mufs die andere um ebensoviel zugenommen haben. Diese Unabhängigkeit von den Vorgängen ist es, welche diesen beiden ersten Prinzipien die so eminent praktische Bedeutung verleiht, zumal sie auch noch praktisch so eminent wichtige Gegenstände wie Substanz und Arbeit betreffen. Ohne zu wissen, wie etwas geschehen, weifs man doch sofort von diesen Gröfsen, was geschehen ist; der Weg und die Richtung der Vorgänge sind für diese Gröfsen im Gesamtergebnis ganz gleichgiltig.
Page 42 - ... nach bestimmter Richtung zu lenken, z. B. zum Erwärmen, zum Leuchten, zum Bewegen usw ; das Höchste haben wir erreicht, wenn die ganze Leistung dem gewollten Zweck nutzbar gemacht ist; mehr zu erzielen ist nicht möglich, und je mehr wir diesem Zwecke schon zugeführt haben, um so weniger ist noch vorhanden. Dieses drückt man oft auch so aus, dafs man sagt: ein Perpetuum mobile sei nicht möglich. Dieser Ausdruck ist ein wenig ungenau. Gemeint ist: eine Maschine, welche ohne Arbeitszufuhr,...
Page 24 - Raume besteht. Ob nicht die Menschheit allmählich noch weitere Sinne an sich entdecken wird, steht dahin; manche glauben, einen besonderen Sinn für die Nähe von Körpern, für Magnetismus uam zu haben; das mag sein und vielleicht mit der nervösen Konstitution zusammenhängen. Man gerät ins Uferlose, wenn man jeder Empfindung einen besonderen Sinn zuschreiben will, und weifs auch keine Organe zur Aufnahme des Sinnes anzugeben (für Temperatursinn und Raumsinn sind solche Organe freilich namhaft...

Bibliographic information