Fallstreifen: Gedichte

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C.H.Beck, 2008 - Poetry - 78 pages
Das Gedachtnis ist ein stummes Archiv, in das nur die Erinnerung und die Worter Leben hineinbringen. DOch das Erinnern liefert keine festen Bilder oder Geschichten, es sind nur Spane, Sprachsplitter und kleine Impulse, die aufleuchten, um sich bald schon zu verandern. NIco Bleutges Gedichte folgen dieser Bewegung mit ihrem Rhythmus und ihrem Klang, immer nah an der Wahrnehmung, immer nah an den RiSSlinien von Sprache und Welt: "was sich da hautet, / schichtet, nah sich aufeinander schiebt. / das kriecht die wirbel noch entlang, / druckt nach in den knochen". In seinem zweiten Band erkundet der junge Lyriker zwischen eigener Geschichte und Landschaften das Terrain der Erinnerung, uber die Uwe Johnson einmal geschrieben hat, sie gleiche einer machtigen grauen Katze hinter Fensterscheiben, unnahbar, stumm und verlockend. UNd er knupft da an, wo er mit seinem vielgelobten Erstling "klare konturen" aufgehort hat. SEine neuen Gedichte fuhren in die Vergangenheit hinein, machen historische Schichten und Stimmen lesbar, von der Zeit des Barock bis zu den Resten des Zweiten Weltkriegs auf der Insel Sylt. In einem unverwechselbaren Ton zeigen die Verse so, was ein Gedicht eigentlich leisten kann: Feineinstellungen an Sprache und Wahrnehmung.
 

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