Filmpreis für Richard Wagner - Eine zeitgemäße Betrachtung seines Theaters

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GRIN Verlag, Feb 9, 2007 - Music - 113 pages
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Diplomarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Musikwissenschaft, Note: Mit Auszeichnung bestanden, Hochschule für Musik und Theater Hamburg (Studiengang Musiktheaterregie), 34 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Am liebsten wäre Richard Wagner „unsinnig alt“ geworden und dann gemeinsam mit seiner Frau Cosima „in seinem Stübchen“ auf einem eigens dafür eingerichteten Sofa „an der Euthanasie“ gestorben. Dazu kam es jedoch nicht. Auch seinen mehrfach geäußerten Vorsatz „94 Jahre alt zu werden“ konnte er nicht einlösen, noch brachte er seine Familie in seiner „Todesstunde zum Lachen“, wie er es sich einmal im Scherz triumphierend vorgestellt hatte. Keine zwei Monate vor seinem plötzlichen, aber nicht ganz unerwarteten Tod im Alter von 69 Jahren hatte sich der schon länger von regelmäßigen Herzanfällen heimgesuchte Wagner „noch etwa zehn rüstige Lebensjahre“ gegeben, welche er, wie schon das vergangene Jahrzehnt, darauf verwenden wollte, seinem „Kunstwerk der Zukunft“ die nächste und zugleich fernere Zukunft zu sichern. Als Wagner schließlich im Januar 1883 seinen Tod in Venedig fand, hatte er zwar auf dem Papier sein Lebenswerk vollendet, darüber hinaus war es jedoch lange noch nicht abgeschlossen. Auch ein paar weitere Jahre hätten ihn allerdings nicht aus dem Dilemma zwischen Wunsch und Wirklichkeit befreien können, in das ihn sein künstlerischer Anspruch geführt hatte. Er hätte tatsächlich „unsinnig alt“ werden müssen, um auch nur einen Schritt auf dem Weg zu einem Ziel weiterzukommen, welches außerhalb der Möglichkeiten des 19. Jahrhunderts lag. Schon früh war sich Wagner darüber im klaren gewesen, dass das bisherige Theater innerhalb des gegebenen Rahmens am Ende seiner Entwicklung angelangt war. Mit prophetischen Gaben hatte das weniger zu tun als mit der typischen Affinität des genialischen Künstlers zum Konjunktiv: die Phantasie kennt immer eine bessere Wirklichkeit und an Einbildungskraft mangelte es Wagner wahrlich nicht. Mehr noch, er verfügte über die Fähigkeit und Energie, um das Wünschenswerte innerhalb der Mittel seiner Zeit auch möglich zu machen. Wie wir heute wissen, fand das, was Wagner unter dem Begriff „Gesamtkunstwerk“ zusammengefasst und ein halbes Leben lang wortreich gepredigt hatte, durch das Kino schließlich seine Erfüllung. Tatsächlich entspricht der Film in einigen wesentlichen Eigenschaften dem von Wagner beschworenen neuen Theater.
 

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