Filmproduktion zur Zeit von Republikflucht und Halbstarken: Vergleichsanalyse der DDR-Produktionen "Berlin – Ecke Schönhauser" und "Fetzers Flucht"

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GRIN Verlag, 2007 - 28 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Humboldt-Universitat zu Berlin (Institut fur deutsche Literatur), Veranstaltung: Nach dem Mauerbau. Literatur, Film und Fernsehen in der DDR der 60er Jahre, 12 Literaturquellen, 3 Onlinequellen Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: In der DDR der 50er Jahre konnte sich die zweite Generation von DEFA- Regisseuren allmahlich mit Produktionen etablieren, die sowohl formal als auch thematisch, neue Richtungen vorgaben. Gleichzeitig war es diese, in die DDR hineingewachsene und von den antifaschistisch-demokratischen Reformen begeisterte Generation, die im Sinne der Staatsfuhrung den Aufbau des Sozialismus mit vorantreiben sollte. Die oftmals grosse Diskrepanz zwischen eigenem und staatlichem Anspruch fuhrte immer wieder zu Konflikten, staatlichen Restriktionen, und auch vollige Verbote einzelner Filme waren keine Seltenheit. Gerhard Kleins Film "Berlin - Ecke Schonhauser" (1956/ 57) und die Fernsehproduktion Gunter Stahnkes, "Fetzers Flucht" (1962), sind sowohl hinsichtlich der ausseren Bedingungen filmischen Schaffens, als auch im Bezug auf ihre Thematik, beispielhaft fur diese Zeit."
 

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Contents

Einleitung
3
Fetzers Flucht 1962
11
Die Produktionen im Vergleich
17
Copyright

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Common terms and phrases

Popular passages

Page 8 - Warum kann ich nicht leben, wie ich will? Warum habt Ihr lauter fertige Vorschriften? Wenn ich an der Ecke stehe, bin ich halbstark. Wenn ich Boogie tanze, bin ich amerikanisch. Und wenn ich das Hemd über der Hose trage, ist es politisch falsch.
Page 8 - Warum kann ich nicht leben, wie ich will. Warum habt ihr lauter fertige Vorschriften. Wenn ich an der Ecke stehe, bin ich ein Halbstarker, wenn ich Boogie-Woogie tanze, amerikanisch, wenn ich das Hemd über der Hose trage, ist es politisch falsch.
Page 10 - In diesem Film wird man keine jener Figuren entdecken, wie sie seit geraumer Zeit von westlichen Filmen vorgestellt werden. Gangstertypen, die ein Gebaren an den Tag legen, als seien sie schon als Babies Kompagnons von AI Capone gewesen. Auch nicht der geringste Versuch wird in derartigen Filmen gemacht, das vom Sein abhängige Bewußtsein der jungen Menschen in Erwägung zu ziehen.
Page 9 - Da wir den Film für ein Musterbeispiel einer neuen Form des Dogmatismus halten und da wir davon überzeugt sind, daß er schädlich auf unsere Menschen wirken wird, sind wir der Meinung, daß es unverantwortlich wäre, ihn so zuzulassen, und werden auch Testvorführungen in dieser Form nicht zustimmen können.
Page 7 - Übertreibunng — in einem unserer DEFA-Filme dieser moderne Dialog zu hören. Ganz leicht, ganz natürlich und locker, die Schauspieler deklamieren nicht, sondern lassen ihre Sätze wie nebenbei fallen, oft nur Satzteile oder Wortfetzen — wie man halt so spricht. Hier ist ein herkömmlicher Dialogstil durchbrochen worden.
Page 6 - Alltäglichkeit umgingen und als Sujet begriffen. [...] Wenn Klein über irgendwelche spezifischen Fragen nachdachte, über die Optik, über die Kamera, über Schnitt, dann korrespondierte das oft mit bestimmten neorealistischen Haltungen und Vorlieben. Diese Filme entsprachen seinen stilistischen Ambitionen.
Page 5 - Vom Ringen um sozialistische Positionen. Über den Beitrag des DEFA-Spielfilms mit ernster problemorientierter Gegenwartsthematik zur Schaffung von geistigen Grundlagen des Sozialismus in der DDR (l 950 bis 1962).
Page 17 - DEFA-Filmen, die seit 20 Jahren zitiert werden, aber es gibt keinen Film, der überzeugend künstlerisch bewältigte, wo wir sind, wie wir sind, was wir sind"4 (Günter Stahnke, 1965) Schon bei kurzer, oberflächlicher Betrachtung der hier behandelten DDR-Produktionen "Berlin — Ecke Schönhauser" und "Fetzers Flucht", stechen einige grundlegende Gemeinsamkeiten ins Auge.
Page 17 - Bei der Masse wird der Film richtig ankommen. Er wird ein Signal sein, mitzuhelfen".
Page 10 - Hans Modrow erkennt in dem Film das positive Gegenstück zu den westdeutschen Halbstarken.1 Joachim Hermann begreift, "dass wir an vielen Stellen sind, aber noch nicht überall".

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