Frauen im Dirigentenberuf

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GRIN Verlag, May 19, 2010 - Music - 70 pages
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In fast allen Bereichen unserer Gesellschaft wurde und wird für die Gleichstellung von Mann und Frau gekämpft, der Dirigentenberuf scheint in dieser Hinsicht allerdings ausgenommen zu sein. Zwar gehört der Musikbetrieb im Ganzen immer noch zu einem Berufszweig, in dem Frauen deutlich unterrepräsentiert sind, in keinem anderen Bereich ist das Missverhältnis aber so eklatant wie bei den Dirigenten. Aus diesem Faktum zu schließen, dass es keine Dirigentinnen gäbe, ist falsch. Es ist allgemein bekannt, dass vor allem im Chorbereich Frauen schon immer zahlreich vertreten waren. Bei genauer Nachforschung finden sich aber auch bei Sinfonieorchestern und der Oper etliche Dirigentinnen, die bisher nicht als bedeutende Erscheinungen wahrgenommen worden sind. Erst öffentlichkeitswirksame Ereignisse, wie zum Beispiel die Ernennung Simone Youngs zur künstlerischen Leiterin und Chefdirigentin der Hamburger Staatsoper 2005, haben vereinzelt auf Frauen aufmerksam gemacht. Dies wurde aber nicht zum Anlass genommen, über Dirigentinnen im Allgemeinen aufzuklären. Vielmehr präsentiert man Frauen wie Simone Young als Einzelfälle, die als Sensation des kulturellen Lebens mit eher unseriösen und früher auch sexistischen Schlagzeilen wie „Symphonie in Blond“ oder „Karriere mit Takt und Stöckchen“ (zit.n. Ostleitner, 1994, S.93) in der Presse besprochen werden. Eine Ungleichbehandlung von Männern und Frauen in diesem Beruf ist offensichtlich. Problematischer als diese Tatsache ist aber, dass eine Dirigentin auf große Teile der Gesellschaft nicht nur ungewohnt, sondern befremdlich, sonderbar und geradezu kurios zu wirken scheint.
 

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Contents

Einleitung
Das 18 und 19 Jahrhundert
2
Das 20 Jahrhundert
17
Aktuelle Situation
42
Schlussbetrachtung
57

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