Göttingische gelehrte Anzeigen, unter der aufsicht der Königl. gesellschaft der wissenschaften, Volume 2

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Akademie der Wissenschaften., 1771 - Books
 

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Page 1021 - Das Feine, fast Subtile des Verfassers, seine lebhafte Einbildungskraft, und die Metaphysik des Herzens finden wir hier wieder; erfreuen uns aber, daß Hr. W. selber gefühlt hat, seine Heldinn müßte keine Rachimu, keine Danae, auch keine Musarion seyn, wenn der Leser an ihrem Schicksale Theil nehmen sollte.
Page 1043 - Des Boileau Vorzüge waren in der Mechanik des ausgefeilten Verses und in der schlauen Bosheit; sein Geschmack schränkte sich auf die Dichtkunst ein, aber sein Herz fühlte nichts, und man wird kein Zeichen einer Rührung bei ihm finden.
Page 955 - Sprache bereichert hat: sind wir noch im« mer in den Gedanken , ein Vers müsse nicht mit einem Worte abgebrochen werden , das zu nahe mit dem ersten Worte des folgenden zusammenhängt : finden wir noch immer, hin und wieder sey...
Page 1008 - Dichter so lächerlich, und zuweilen auch so lasterhaft abgemahlt haben, daß sie in dem gesellschaftlichen Wesen darüber alle Achtung verlieren müßten. Ein schlechter Reim, eine übel angebrachte Metaphore, ein irriger Grundsatz, ein Stück von einer schädlichen Sittenlehre, können billig durch die Kritik gestraft werden; nicht aber muß man deswegen einen ganzen Dichter, in seiner völligen Person, bey vielleicht ändern wahren Verdiensten, verhaßt abmahlen...
Page 1022 - Lovelace,3 in die äusserste Gefahr für ihre Ehre gerathen; sie läßt sich durch einen erkauften Kerl, der kein Geistlicher ist, mit einem Bösewichte trauen, und entflieht mit ihm. Doch wir zweifeln nicht, Hr. W. werde Mittel finden, seine edelmäthige Schöne von aller Befleckung zu bewahren, und nicht dem Rousseau nachahmen, der seine Julie, wie das gemeinste der Weiber, fallen ließ.4 Hat zum Titel: Geschichte des Fräuleins von Sternheim.
Page 1009 - Wissenschaften hat eine solche allgemeine Kritik keinen Nutzen, da hingegen die Anzeige eines Fehlers ihren Nutzen haben kann. Aber ein anderer grosser Vorwurf wider einen Kunstrichter ist es, wann ganz würdige Männer, bloß weil sie dem Richter mißfallen, schmählich behandelt werden. Das hat doch Pope nicht gethan; Boileau zwar zuweilen, aber hierinn hätte ihn Mr. P. nicht nachahmen sollen. Nun wird niemand am Hrn.
Page 1008 - Hr. P. seine Schärfe. Wir wollen ihm eingestehn, daß eine Kritik über Werke des Geistes nützlich ist. Er hat auch nicht unrecht, wann er anmerkt, daß beyde, Boileau und Pope, sehr scharf mit denjenigen umgegangen sind, die sie als schlechte Dichter angesehn haben. Aber mit allem dem können wir erstlich nicht billigen, wann Boileau und Palissot die von ihnen verachteten Dichter so lächerlich, und zuweilen auch so lasterhaft abgemahlt haben, daß sie in dem gesellschaftlichen Wesen darüber...
Page 955 - Jahren!) noch nicht gewöhnt, womit er die Sprache bereichert hat; sind wir noch immer in den Gedanken, ein Vers müsse nicht mit einem Worte abgebrochen werden, das zu nahe mit dem ersten Worte des folgenden zusammenhängt; finden wir noch immer, hin und wieder sei man gegen Gott vertraulicher, als es seine unendliche Güte zulassen sollte; so hindern uns diese eingeschränkten Gefühle nicht, das Große und Erhabene in Ks Geiste zu empfinden.
Page 1021 - Hölle, und den Wunsch für den Himmel verlieren alle Kraft, wann man ihnen das Figürliche wegnimmt, das durch die eingemischten fabelhaften Begriffe etwas von der Würde des Urbildes geschwächt hat. Sophie thut gute Werke mit Begier, sie freut sich darüber, sie erlangt ihren eigenen Beyfall.
Page 955 - lateinisch" und denke, wie man in keiner Sprache denke, heißt es etwas empört in einem Brief an Tscharner vom 9. April 1752". Die „neuen Silbenmaße" sagen Haller nicht zu, sie scheinen ihm unharmonisch, aber, fügt er hinzu: das sei nur das Äußerliche. „Wir sehn auf das Herz, auf die edeln Gesinnungen und auf die atmenden Ausdrücke des Dichters.

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