Gedichte, Volume 2

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Page 353 - Welchen Gedanken die Zeit Einmal erkoren, Der ist gefeit und beschworen, Und wird ewig wiedergeboren, Trotz allem Widerstreit. Seine Feinde mühen sich ab, Mit Schlingen und Banden, Sie machten ihn gerne zu Schanden: Und wenn er schon längst erstanden, Hüten sie noch sein Grab!
Page 230 - Man kann von ihm wohl sagen, Er geh' nur auf den Pfiff, Er salutirt die Wagen, Und hat die Hand am Griff.
Page 35 - Erdenkt: die Welt wird stehen, bis wir das Grab befreit: Es leuchtet schon im Osten, bald weicht die Dunkelheit. Vom hohen Berge blicket ein Weiser himmelan, Er sinnet vor sich nieder und mißt der Sterne Bahn. „Die ewigen Gesetze, Allmächtiger, leuchten klar Aus deinem Buch am Himmel, erneuernd Iahr um Iahr.
Page 368 - Jahren wird man öd' und leer Die Stadt der Toten finden. DIE RÖMERSTKASSE MAN spricht im Dorf noch oft von ihr, Der Alten drauss im tiefen Walde, Sie zeige sich noch dort und hier, Am Feldweg und am Saum der Halde. Sie zieht herauf und steigt hinab, Es weidet über ihr die Herde ; An ihrer Seite manches Grab, So liegt sie drunten in der Erde.
Page 78 - Freud' und Schmerz Den Blick in Tränen quellen. Tedeum bei der Orgeln Klang Rief am Altar die eine, Nun danket alle Gott, lobsang Die neue Kirchengemeine. Nach dreißigjährigem Krieg war ja Der Friede, der Friede geschlossen! Zu Münster aber, wie rollten da Die goldenen Staatskarossen! Zu Münster, in der uralten Stadt, Da ward der Friede beschworen, Der Deutschlands Größe gekostet hat. Das Volk stund vor den Toren.
Page 34 - Die Glut wird sie zerstören, der Sturm wird sie verwehn, Ihr Schiffer auf den Meeren, die Zeichen sind geschehn. Gewaltthat nur noch waltet und übermüthig Erz, Das Volk ist ohne Richter und ohne Furcht das Herz." „Saht ihr es, wie der Blitzstrahl die Wolkennacht zerriß?
Page 34 - Mein Haar in langen Flechten, ich hab' es nicht Gewinn. Mein Hals war blos, und prächtig mein Schmuck und mein Geschmeid'. Erhör' mein Fleh'n, o Himmel, gib mir ein weißes Kleid!" Zu Boden werfen Räuber die Messer, roth von Blut, Und geben selbst den Gräbern das einst geraubte Gut. „Wir trieben Spott mit Heil'gem und mit den Qualen Spott, Wir hatten Lust am Bösen, jetzt fliehen wir zu Gott.
Page 78 - Krieg war ja Der Friede, der Friede geschlossen! Zu Münster aber wie rollten da Die goldenen Staatskarossen! Zu Münster in der uralten Stadt Da ward der Friede beschworen, Der Deutschlands Größe gekostet hat. Das Volk stund vor den Thoren. Das Volk stund vor dem goldenen Saal Und sah die Gesandten von Schweden, Sie saßen und tranken beim üppigen Mahl Und hielten französische Reden. Sie schnitten in Stücke den Apfel des Reichs', Sie nahmen sich prächtige Bissen Und speisten vergnüglich die...
Page 79 - Iammer müd, Sang nimmer zur Krönung in Aachen Das alte, gewaltige Heldenlied, Man sprach jetzt andre Sprachen. Vorüber schlich sich Tag um Tag, Provinzen gingen verloren, Im Sterbebett der Kaiser lag, Das Voll stund vor den Toren. Mittagszauber. Vor Wonne zitternd hat die Mittagsschwüle Auf Tal und Höh...
Page 33 - Erwartnng des Weltgerichtes. Wo bleiben nur die Schnitter, wer keltert all' den Wein? Die Aehren auf den Feldern verglüh'n im Sonnenschein, Die Trauben in den Gärten, die Birnen in dem Laub, Man pflückt sie nicht, sie fallen von selber in den Staub. Wo sind die Menschen alle? Durch Thal und Wälder irrt Das Hausthier mit dem Wilde , die Heerde führt kein Hirt, Der Aar umkreist die Dörfer, an Flucht denkt nicht das Reh, Das Netz verfault im Weiher, der Nachen fault im See. Doch überall...

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