Gedichte, Volume 2

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J.G. Cotta, 1868 - 376 pages
 

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Page 122 - ... Das haben die Rehchen allein gesehn. Derweil die Beiden sich so gefreut, Eine Zeit kam, wie man noch keine gesehn; Es war eine Zeit voll Sturmgeläut, Und der Same ging auf, den der Luther gestreut. Bei uns die Pfaffen kamen zu Fall, Doch in England trifft man gescheidtere Leut, Die Bischöf schlugen gewandt den Ball Und thaten dem König den Willen all. So behielten sie Land und Kirch...
Page 8 - Kartoffeln nur noch blieben, wird von Haus und Hof getrieben, weil er nicht mehr leisten kann, was für ihre Heldentaten haben müssen die Soldaten, dieses geht mich gar nichts an, denn ich bin ein Untertan. Trotz der Arbeit Tag und Nacht kann ich nicht mein Leben fristen, weil man Conduitenlisten hinter meinem Rücken macht.
Page 7 - Jeder Untertan und Christ weiß den Dienst, und daß daneben mit dem Staat sich abzugeben keineswegs ersprießlich ist. Wer nicht herrscht, hört zu den Dummen, also warum sollt ich brummen? Dieses geht mich gar nichts an, denn ich bin ein Untertan. Ob ich aller Völker Hohn, weil auf Deutschlands beiden Küsten sich nur fremde Flaggen brüsten, christlich schweig ich still davon.
Page 7 - Stets nur treu und stets loyal, Und vor allem stets zufrieden, So hat Gott es mir beschieden. Folglich bleibt mir keine Wahl. Ob des Staates alten Karren Weise lenken oder Narren, Dieses geht mich gar nichts an, Denn ich bin ein Untertan. Jeder Untertan und Christ Weiß den Dienst und, daß daneben Mit dem Staat sich abzugeben Keineswegs ersprießlich ist. Wer nicht herrscht, hört zu den Dummen, Also warum sollt ich brummen?
Page 9 - RuSS mit dem großen Ländersäckel, zieh ich höflich meinen Deckel ohne Grollen und Verdruß; denn fürwahr, das muß ich sagen, ich denk ihn nicht fortzujagen Alles das geht mich nichts an, denn ich bin ein Untertan!
Page 27 - Von euren hohen Idealen Sind wir gemein in Schmerz und Lust : Es schlagt mit jedes Winzers Qualen Und jedem Weber unsre Brust. Wie milde trugt ihr's, wie ergeben, Als sich der Freiheit Sturz genaht ! Ein Kunstwerk war fur euch das Leben Uns war es nichts als eine Tat!
Page 151 - Muttersöhnchen selbst hinaus aus dem warmen Nest. Achte der Kegel bringt ihr zu Falle und der König steht noch allein; nun so wird der König für alle einziges Ziel des Wurfes sein. Heut auf unsres Gedankens Herde schmieden wir lustig die Republik, und ihr ruft ihr selber das Werde mit der pfiffigsten Politik. Was wir verlangt, für jeden die Stimme, gebt ihr und hofft, die Massen sind dumm.
Page 19 - Und schwing' es selber in der starken Faust! Dich hat gekränkt in deinen höchsten Rechten Die feige Schaar, der du nicht mehr vertraust. Zerreiß den Frieden, der die Ehre schändet, Kraft deiner eignen heil'gen Willensmacht, — Und wenn ein Welttheil gegen dich sich wendet, Fordr' ihn heraus und beut ihm kühn die Schlacht!
Page 239 - Vom Stirnkuß der Kleriker für Frauen: Zöckler, Hieronymus 129. c) Hand. Die Hand ist wärmster Liebe Zeichen, So marmorweiß, so marmorkühl! Nichts ist der Wonne zu vergleichen, Wenn mit dem glühendsten Gefühl Die heißen Lippen auf ihr hangen, Zu röten sie mit Kusses Brand, Drum brennt mich ewig das Verlangen Nach dir, du kühle weiße Hand! (Gottfr. Kinkel) Man küßt die fremde Hand, aber auch die eigene: Handkuß und Kußhand. Aus Südarabien hören wir: Fällt ein Kind, so berührt die...
Page 8 - Ob ich aller Völker Hohn, weil auf Deutschlands beiden Küsten sich nur fremde Flaggen brüsten, christlich schweig ich still davon. Denn zuerst geziemt dem Throne, daß die Frommen er belohne; folglich geht mich das nichts an, denn ich bin ein Untertan. Ob mein Nachbar Bauersmann, dem...

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