Gedichte von Wilhelm Müller, Issues 1-2

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F. A. Brockhaus, 1868
 

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Page 5 - Vom Wasser haben wir's gelernt, Vom Wasser! Das hat nicht Rast bei Tag und Nacht, Ist stets auf Wanderschaft bedacht, Das Wasser. Das sehn wir auch den Rädern ab, Den Rädern! Die gar nicht gerne stille stehn, Die sich mein Tag nicht müde drehn, Die Räder. Die Steine selbst, so schwer sie sind, Die Steine! Sie tanzen mit den muntern Reih'n Und wollen gar noch schneller sein, Die Steine. O Wandern, Wandern, meine Lust, O Wandern! Herr Meister und Frau Meisterin, Laßt mich in Frieden weiter ziehn...
Page 49 - Ich mußt auch heute wandern Vorbei in tiefer Nacht, Da hab ich noch im Dunkel Die Augen zugemacht. Und seine Zweige rauschten, Als riefen sie mir zu: Komm her zu mir, Geselle, Hier findst du deine Ruh!
Page 54 - Wandrer gehn, Suche mir versteckte Stege Durch verschneite Felsenhöhn? Habe ja doch nichts begangen, Daß ich Menschen sollte scheun Welch ein törichtes Verlangen Treibt mich in die Wüstenein? Weiser stehen auf den Straßen, Weisen auf die Städte zu, Und ich wandre sonder Maßen, Ohne Ruh, und suche Ruh. Einen Weiser seh ich stehen Unverrückt vor meinem Blick; Eine Straße muß ich gehen, Die noch keiner ging zurück.
Page 10 - O, leuchtet* es aus jedem Blumenstern! Trüg' es der Duft zu ihr von nah und fern! Ihr Wogen, könnt ihr nichts als Räder treiben? Dein ist mein Herz, und soll es ewig bleiben. Ich meint', es müßt...
Page 104 - Thränen ? war's von Schlummer ? und sein Haupt sank in die Hand. Seht, sein Antlitz wird so helle — träumt er von dem Vaterland ? Also...
Page 102 - Ob auch rings umher die Klippe droht. Aus des Herzens tiefem, tiefem Grunde Klingt es mir wie Glocken dumpf und matt. Ach, sie geben wunderbare Kunde Von der Liebe, die geliebt es hat. Eine schöne Welt ist da versunken, Ihre Trümmer blieben unten stehn, Lassen sich als goldne Himmelsfunken Oft im Spiegel meiner Träume sehn. Und dann möcht...
Page 126 - Doch wie der nur vernommen Des Knaben erstes Wort, Da reißt die kluge Rechte Der jähe Zorn ihm fort.
Page 106 - Da nahm mich schon mein Vater mit in das Meer hinein Und lehrte leicht mich schwimmen an seiner sichern Hand Und in die Fluten tauchen bis nieder auf den Sand. Ein Silberstückchen warf er dreimal ins Meer hinab, Und dreimal mußt' ich's holen, eh er's zum Lohn mir gab. Dann reicht...
Page 46 - Fremd bin ich eingezogen, Fremd zieh' ich wieder aus. Der Mai war mir gewogen Mit manchem Blumenstrauß. Das Mädchen sprach von Liebe, Die Mutter gar von Eh' — Nun ist die Welt so trübe, Der Weg gehüllt in Schnee.
Page 33 - Haupt ruht auf dem Bündel, Als wär's ihm viel zu schwer. Ich tät mich zu ihm setzen, Ich sah ihm ins Gesicht, Das schien mir gar befreundet, Und dennoch kannt ich's nicht. Da sah auch mir ins Auge Der fremde Wandersmann, Und füllte meinen Becher, Und sah mich wieder an. Hei, was die Becher klangen, Wie brannte Hand in Hand: „Es lebe die Liebste deine, Herzbruder, im Vaterland!

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