Gender-Konstruktion durch Filmmusik: Am Beispiel von Alfred Hitchcocks "The Paradine Case"

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GRIN Verlag, Apr 2, 2012 - Music - 49 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2012 im Fachbereich Musikwissenschaft, Justus-Liebig-Universität Gießen, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Frage, ob in Filmmusiken musikalische Stereotypen verwendet werden, die eindeutig männliche oder weibliche Identitäten und Aktivitäten unterstützen bzw. kennzeichnen, ist bis dato kaum untersucht worden (vgl. Bullerjahn, 2008 S.7). Bekannt ist, dass bereits im ausgehenden 18. und im 19. Jahrhundert Männern und Frauen unterschiedliche Charaktereigenschaften zugewiesen wurden, wo „der Mann die Fülle der Möglichkeiten erhält, die Welt zu erkunden, sich in ihr zu entwickeln und auszuleben, während die Frau mit einem begrenzten, auf das Private bezogenen Lebensraum vorlieb nehmen muss“ (Rieger, 1996 S.15). Die ideologische Festigung der Geschlechterrollen spiegelte sich zunehmend auch in Kompositionen der damaligen (bürgerlichen) Musik wieder (vgl. Bullerjahn, 2008 S.10). Allerdings entwickelten sich nicht nur Konventionen zur musikalischen Konstruktion von Männlichkeit und Weiblichkeit, sondern auch unterschiedliche musikalische Darstellungsformen innerhalb desselben Geschlechts. So dominierten insbesondere auf der Opernbühne mit der bürgerlichen Weiblichkeit und der erotisch-gefährlichen Weiblichkeit zwei kontrastierende Weiblichkeitsbilder, die mit Hilfe unterschiedlicher musikalischer Mittel charakterisiert wurden. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden diese gegensätzlichen Weiblichkeitsdarstellungen in zahlreichen Hollywoodfilmen übernommen und in Anlehnung an den traditionellen Stil vertont (vgl. Rieger, 1996 S.19f). Die kommende Arbeit beschäftigt sich am Beispiel von Alfred Hitchcocks The Paradine Case mit der Frage, inwieweit stereotypische Weiblichkeitsbilder in Filmen vertont bzw. ob unterschiedliche Frauenfiguren mit Hilfe von Filmmusik konstruiert werden können. Den Fokus dieser Arbeit bildet – neben allgemeinen Hintergrundinformationen zum Film und zum Komponisten Franz Waxman – die Analyse zur musikalischen Darstellung der beiden weiblichen Hauptfiguren Mrs. Paradine und Mrs. Keane. Zum Schluss folgt das Fazit.

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