Georg Büchner, Leonce und Lena - Leonce und das Phänomen der Langeweile

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GRIN Verlag, 2007 - 32 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,7, Universitat Bielefeld, Veranstaltung: Georg Buchner, 24 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Anmerkungen: Untersucht wird in dieser Arbeit die Hauptfigur Leonce aus Georg Buchners Lustspiel "Leonce und Lena" - und zwar im Hinblick auf das Phanomen der Langeweile. Der erste Teil umfasst die Entstehungsgeschichte des Begriffs "Langeweile," der im zweiten Teil auf die Figur Leonce angewendet werden soll., Abstract: "Leonce," eine der Hauptfiguren in Buchners Lustspiel "Leonce und Lena," und "Langweile" - zwei Begriffe, die in enger Verbindung zueinander stehen. Worin genau diese Beziehung zum Ausdruck gelangt, soll im Folgenden erlautert werden. Zunachst soll eine engere Eingrenzung des Begriffes der Langeweile erfolgen. Was ist konkret hinter der Bezeichnung "Langeweile" verborgen und wie wird diese empfunden? Bei einem ermudenden Fernsehfilm? In einer oden Schulstunde? Bestimmt! Ist das Gefuhl von Langeweile jedem zuganglich und wovon kann es abhangig sein? In welcher Weise lasst sich die Langeweile aber auch in tiefer grundenden, benachbarten Bereichen wie Ennui, Melancholie und Taedium vitae mit einbeziehen? Alle diese Fragen sollen nun im ersten Teil eine annahernde Beantwortung finden. Im zweiten Abschnitt soll die Thematik der Langeweile in Georg Buchners Lustspiel "Leonce und Lena" eingebunden werden. Hierbei wird allein die Figur des Prinzen Leonce genauere Beachtung finden - im Hinblick auf Verhaltensweisen, Sprache, Ansichten und stets unter dem Blickwinkel der Langeweile. Kann man ihn einfach einer Kategorie wie "Dandy," "Mussigganger" oder "Melancholiker" zuordnen? Hat er sich im Verlauf des Stuckes einer Veranderung unterzogen? Welchen Schwierigkeiten ist man bei einer Interpretation der Leonce-Figur ausgesetzt? Hierbei werden auch besonders die Meinungen der Forschung eine Rolle spielen."
 

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Page 20 - Nun Lena, siehst du jetzt, wie wir die Taschen voll haben, voll Puppen und Spielzeug? Was wollen wir damit anfangen, wollen wir ihnen Schnurrbärte machen und ihnen Säbel anhängen? Oder wollen wir ihnen Fräcke anziehen und sie infusorische Politik und Diplomatie treiben lassen, und uns mit dem Mikroskop daneben setzen?
Page 15 - Komm an meine Brust! Bist du einer von den Göttlichen, welche mühelos mit reiner Stirne durch den Schweiß und Staub über die Heerstraße des Lebens wandeln, und mit glänzenden Sohlen und blühenden Leibern gleich seligen Göttern in den Olympus treten? Komm! Komm! VALERIO singt im Abgehen: Hei! da sitzt e Fleig' an der Wand! Fleig
Page 9 - ... Ich glaube, man muß in sozialen Dingen von einem absoluten Rechtsgrundsatz ausgehen, die Bildung eines neuen geistigen Lebens im Volke suchen und die abgelebte moderne Gesellschaft zum Teufel gehen lassen. Zu was soll ein Ding wie diese zwischen Himmel und Erde herumlaufen? Das ganze Leben derselben besteht nur in Versuchen, sich die entsetzlichste Langeweile zu vertreiben. Sie mag aussterben, das ist das einzig Neue, was sie noch erleben kann.
Page 16 - Meine Herren, meine Herren, wißt ihr auch, was Caligula und Nero waren? Ich weiß es. — Komm, Leonce, halte mir einen Monolog, ich will zuhören. Mein Leben gähnt mich an wie ein großer weißer Bogen Papier, den ich vollschreiben soll, aber ich bringe keinen Buchstaben heraus. Mein Kopf ist ein leerer Tanzsaal, einige verwelkte Rosen und zerknitterte Bänder auf dem Boden, geborstene Violinen in der Ecke, die letzten Tänzer haben die Masken abgenommen und sehen mit...

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