Georg Trakls "Verfall" - Eine Interpretation

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GRIN Verlag, 2007 - 76 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, Ruprecht-Karls-Universitat Heidelberg, 17 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Anmerkungen: Eingehende Analyse und Interpretation , Abstract: Georg Trakl, einer der beruhmtesten Dichter der Moderne, schrieb schon in jungen Jahren zahlreiche Gedichte, die die Leser nachhaltig beeindruckten. Eines seiner bekanntesten Gedichte entstand im Jahre 1913 und tragt den Titel Verfall." Die folgende Arbeit beschaftigt sich mit diesem Gedicht; neben Aufbau, Analyse und Interpretation soll dargestellt werden, wie Trakl eben jenen Verfall" empfindet und welche Entwicklung dieser im Laufe des Gedichts nimmt. Am Anfang der Arbeit steht die Untersuchung der formalen Merkmale: Hier soll deutlich werden, welcher Gedichtform sich Trakl bedient und welche Auswirkungen diese auf sein Werk hat. Bevor jedoch die einzelnen Strophen einer detaillierten Interpretation unterzogen werden, empfiehlt sich eine knappe inhaltliche Zusammenfassung, die einerseits einen leichteren Zugang zum Gedicht schaffen und andererseits in die eigentliche Interpretation einfuhren soll. Daruber hinaus schliesst sich an die Interpretation beider Quartette und Terzette jeweils eine kurze Ruckschau auf die wichtigsten Aspekte an. Am Ende der Arbeit werde ich schliesslich auf die wichtigsten Eigenschaften, die inhaltlichen und stilistischen Besonderheiten, des Gedichts zu sprechen komme
 

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Page 34 - Am Abend, wenn die Glocken Frieden läuten, Folg ich der Vögel wundervollen Flügen, Die lang geschart, gleich frommen Pilgerzügen, Entschwinden in den herbstlich klaren Weiten. Hinwandelnd durch den dämmervollen Garten Träum ich nach ihren helleren Geschicken Und fühl der Stunden Weiser kaum mehr rücken. So folg ich über Wolken ihren Fahrten.
Page 34 - Die lang geschart, gleich frommen Pilgerzügen, Entschwinden in den herbstlich klaren Weiten. Hinwandelnd durch den dämmervollen Garten Träum ich nach ihren helleren Geschicken Und fühl der Stunden Weiser kaum mehr rücken. So folg ich über Wolken ihren Fahrten. Da macht ein Hauch mich von Verfall erzittern. Die Amsel klagt in den entlaubten Zweigen. Es schwankt der rote Wein an rostigen Gittern, Indes wie blasser Kinder Todesreigen Um dunkle Brunnenränder, die verwittern, Im Wind sich fröstelnd...
Page 28 - Schritt weiter und bemerkt dass „in den Terzetten alles Dingliche das Gefühl widerlegt, der Stundenzeiger rücke kaum mehr: die Zweige sind entlaubt, Weinlaub und Gitter tragen das Stigma des Vergehens, die Brunnenränder verwittern [so dass] Verfallendes [...] zu Verfallendem in Beziehung gebracht
Page 29 - Es ist, wie wenn man ein paar Takte Musik hört und sagt, es ist Beethoven, oder es ist Bruckner
Page 28 - Gradation" (ebd.) ergeben, denn „das Rosten des Gitters und das Verwittern der Brunnenränder ist ein langsameres Vergehen als das Welken der Vegetation
Page 29 - als käme das Glockengeläute von der einen und entschwänden die Vogelschwärme nach der anderen Seite
Page 29 - Aspekt, [denn] die Umwelt tut sich auf, eine Umwelt, die Vergängnis und Verfall enthüllt

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