German stories

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George Merrick Baker
H. Holt, 1909 - Short stories, German - 228 pages
 

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Popular passages

Page 24 - Damit führte er ihn die Bodentreppe hinauf und durch allerhand Gerümpel bis zu einer kleinen Kammer. Als sie in diese eintraten, fiel durch das Astloch .ein goldener Strahl hindurch dem heiligen Petrus gerade auf die Stirn, so daß es aussah, als -° wenn Feuerflammen auf ihr brennten. „Das ist vom wirklichen Himmel!
Page 72 - Felsterrasse und reinigte es sorgsam — und wie er davor stand und seinen Blick darauf haften ließ, als wolle er sich ganz versenken in die Pracht der Züge, da ward ihm plötzlich, als ob dies Haupt voll stiller Majestät auch zu ihm herüberblicke mit beseelten Augen, ein seliger Schauer zog durch des einsamen Mannes Herz, und er drückte einen Kuß auf die steinerne Stirn. Da wich die Büste von dem Mauerrand und stürzte hinab, schlug an die Fclskanten auf, ohne zu zerschellen, 'zischte in...
Page 53 - Bauernburschen hatten ihm seine List nachgeahmt, sie hatten sich nämlich die Schaufelzähne ausgerissen, damit sie keine Patronen beißen konnten; aber die Militärkommission sah dies als absichtliche Verstümmelung an, während die des Hansjörg, ihrer Gefährlichkeit wegen, als Unglück betrachtet wurde. Die Zahnlückigen wurden zum Fuhrwesen genommen und mußten nun doch mit in den Krieg ziehen. Mit einer verstümmelten Zahnreihe mußten sie die oft mageren Bissen der Kriegskost beißen, und...
Page 75 - Erde als letzten Gruß auf die tote Römerin und begrub sie in einsamer Stille der Mondnacht und wälzte einen Stein auf das Grab. Dann ging er zu des Fischers Hütte und rief hinein: „'s ist besorgt, alter Schaufelbruder, und der Ruheplatz neben ihr ist für mich, 2° merk
Page 75 - Begrabe sie heut nacht!" sprach Hugideo. Und er trug sie hinauf in seine Klause und setzte sie i5 sorgsam auf die steingehauene Bank der Zelle und setzte sich ihr gegenüber und hielt schweigend Totenwache und flocht vom Efeu, das den Fels umrankte, zwei Kränze und schmückte das Haupt der Leiche und sein eigenes damit und füllte sich einen Becher Weines und nickte ihr zu, da er ihn 20 leerte, und wich nicht mehr von ihr.
Page 78 - was in blühender Jugendzeit der Völker die epische Dichtung gewesen war"; als ein Ersatz des nationalen Lebens, das sich in der Frühzeit ungebrochen verwirklicht hatte. Er wird zum Symptom einer Altersstufe der Kultur, Ausdruck der Sehnsucht und des Ungenügens. „Denn im Greisenalter fallen den Menschen wie den Völkern die Geschichten der Kindheit lebhafter ins Gedächtnis, als sonst, wo noch Taten der Männer zu tun sind"293, heißt es in »Hugideo« 1857, einem Bekenntnis seiner todessüchtigen...
Page 43 - Wir in unserer mäuschenstillen Zeit, wir Kinder des unbefriedigten Friedens, können uns kaum einen Begriff von der damaligen Unruhe machen ; es war, als ob die Leute gar nirgends mehr fest zu Hause wären, als ob das ganze Menschengeschlecht sich auf die Beine gemacht hätte, um einer den andern da und dorthin zu treiben. Über den Schwarzwald zogen bald die Österreicher mit ihren weißen Wämsern, bald die Franzosen mit ihren lustigen Gesichtern, dann wieder die Russen mit ihren langen...
Page 43 - Weltgeschichte vorbeidesilieren und agieren sehen, Könige und Kaiser spielten darin mit und erschienen bald so, bald so angezogen; und dieses ganze großartige Schauspiel kostete oft den Bauer weiter nichts als Haus und Hof und etwa noch sein Leben.
Page 66 - Mann hieß Hugideo und sprach : Hier will ich ein Nest in den Fels bauen, wie eine Mauerschwalbe, und in Frieden geHarren, bis mein Tag sich neigt, das soll meine letzte Kunst sein!
Page 66 - Siedel auf 25 etliche Tage von dannen über den Rhein hinüber, und wie er wieder kam, trug er einen Korb mit Fisch- und Jagdzeug auf dem Rücken und eine schneeWeiße Marmorbüste auf dem Haupt und trug Geräte und Marmor den Berg hinan in seine Klause.

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