Geschichte der Juden in Riga bis zur begründung der rigischen Hebräergemeinde im j. 1842

Front Cover
N. Kymmel, 1899 - Jews - 161 pages
0 Reviews
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Other editions - View all

Common terms and phrases

Popular passages

Page 13 - Auf seiner Reise nach Litauen zum Fürsten Radziwil, bei dem er als Leibarzt engagirt war, hielt er sich 1623 eine Zeitlang in Livland auf und schrieb an einen gelehrten Freund in Troki, dass er sich zur Zeit in Livland, in einem von allem geselligen Verkehr mit der jüdisch-religiösen Bildung abgeschnittenen Lande befände. Dagegen erzählte er von seinem Aufenthalt beim Fürsten Radziwil in Litauen, dass er daselbst viele Juden, und unter ihnen auch viele Gelehrte und Wissbegierige angetroffen...
Page 1 - Juden eingestattet oder gelitten würden, damit sie nicht mit ihrem unchristlichen Wucher und Handel die Bürgerschaft beschmutzen oder beschädigen, Zölle und andere Beschwerungen einführen...
Page 2 - Ländern, wurden sie von allgemeinem Hass verfolgt, und einer tief eingewurzelten Abneigung ist es zuzuschreiben, wenn eine der Bestimmungen in dem zwischen dem Ordensmeister Gotthard Kettler und dem Könige Sigismund August von Polen am 28. November 1561 geschlossenen Unterwerfungsvertrage folgendermassen lautete: „Den Juden aber gestatten wir nicht, im ganzen Livlande zu irgend einer Zeit irgendwelchen Handel zu treiben oder Abgaben und Zölle zu erheben."2 Ruben Joseph Wunderbar, ein ehemaliger...
Page 109 - Nr. 1226 im äussern Rathsarchive Schrank III Fach 9. Hatten die Juden es somit nicht erreichen können, sich ein eigenes Bethaus bauen zu dürfen, so wurden ihnen doch vom Marquis Paulucci grössere Freiheiten hinsichtlich der Wahl der für den Religionskultus und den Unterricht nöthigen Männer in nachsichtiger Weise zugestanden. Er gestattete im November 1817...
Page 134 - Gebt uns das Bruderrecht und Eure Freude Wird, gross und reich, auch unsre Freude seyn. Weg mit dem Hass! Weg mit dem scheelen Neide! Er ist des süssen Menschenlebens Pein. — Lasst uns, die alle Einen Himmel hoffen, Auch Einer Erde gleiche Bürger seyn! Heut ist ja jedes Herz der Liebe offen: Schließt unser Glück in Eure Liebe ein!
Page 56 - Orten kein Recht erhalten konnten, wodurch verschiedene Familien ohne ihr Verschulden an den Bettelstab gerathen." Der Rath bittet daher, den in Kurland, Polen und Litauen wohnenden Juden wieder zu gestatten, auf eine kurze Zeit wegen des Handels nach Riga zu kommen. Dadurch wird dem Handel und den Zolleinkünften „ein wirklicher Vortheil zuwachsen, den Einwohnern und christlichen Kaufleuten aber nicht der geringste Eindrang geschehen.
Page 91 - Juden von 1835 and die Begründung der Rigischen Hebräergemeinde im J. 1842. Die Judenfrage gerieth in neuen Fluss durch die am 13. April 1835 Allerhöchst bestätigte „Verordnung über die Hebräer". Hinsichtlich der Juden in Kur- und Livland lautete die Verordnung so: § 4 p. 8: in dem Gouvernement Kurland wird nur den Hebräern ein bleibender Wohnort gestattet, welche bis hiezu dort bei der Revision mit ihren Familien angeschrieben sind, die Umsiedelung der Hebräer aber dorthin aus andern...
Page 36 - ... eng betriebene Handwerk zu pfuschen vermochten. Trotzdem hören die Klagen der Bürgerschaft über den Eindrang der Juden, sowie darüber, dass sie zu beständigem Aufenthalt sich hier niederzulassen versuchten, nicht auf. Es entwickelt sich daraus immer wieder dasselbe Bild: es wird streng vom Rathe angeordnet, dass die Juden ausgewiesen werden, die Anordnung ergeht auch an die Juden, sie werden thatsächlich trotz vielen Sträubens unter Androhung von Geld- und...
Page 94 - Vorzüge geniessen, die den andern russischen Unterthanen gleichen Standes zustehen. Das neue Gesetz schien von der irrthümlichen Voraussetzung auszugehen, dass Riga, wie Kurland, zu den Orten gehörte, wo den Juden ein bleibendes Domizil gestattet war. Drang diese Auslegung durch, so war das so lange und zähe von den Juden...

Bibliographic information