Geschichte der Universität Unter den Linden 1810-2010: Praxis ihrer Disziplinen. Band 6: Selbstbehauptung einer Vision

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Heinz-Elmar Tenorth
Walter de Gruyter GmbH & Co KG, 02.06.2014 - 764 Seiten
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Die "Alma Mater Berolinensis" wurde auf Initiative Wilhelm von Humboldts durch König Friedrich Wilhelm III am 16. August 1809 gegründet und nahm 1810 ihren Forschungs- und Lehrbetrieb auf. Von 1828 bis 1945 führte sie den Namen "Friedrich-Wilhelms-Universität", seit 1949 ist sie die Humboldt-Universität zu Berlin. Die Berliner Universität gewann ihre herausragende Eigenständigkeit mit der Durchsetzung des Forschungsimperativs in der wissenschaftlichen Arbeit und durch ein die Lehrenden wie die Lernenden umschließendes Wissenschaftsethos. Als Verkörperung des deutschen Universitätsmodells erlangte die Berliner Universität prägenden Einfluss auf die weitere Entwicklung des deutschsprachigen und internationalen Wissenschaftssystems. Bereits in ihrer Gründungs- und Frühphase sind die modernen Prinzipien von Forschung und Lehre eingebettet in das Pathos des nationalpatriotischen Aufbruchs, verbunden auch mit preußisch-vaterländischer Gesinnung und zugleich der internationalen Wissenschaftskommunikation. Die exponierte Stellung der Universität im Kaiserreich lebte von der Kompetenz ihrer Mitglieder und von der Macht des imperial zentralen Standorts Berlin, sie war ermöglicht durch die weitsichtige preußische Reformstrategie Althoffs und die engen personellen wie strukturellen Verflechtungen der Universität mit der reich differenzierten Berliner Wissenschaftslandschaft. In Weimarer Republik, Nationalsozialismus und nach 1945 überlagern politische Konflikte die Arbeit der Universität, die sich erst nach 1990 wieder – erfolgreich - dem Anspruch der Gründung nach wissenschaftsimmanenten Kriterien stellen kann. Die "Geschichte der Universität zu Berlin" analysiert in den Bänden eins bis drei zunächst die Biographie der Institution von ihren Anfängen bis zur Gegenwart. Dabei werden einerseits die wechselnden Gestalten der Universität in ihren Fakultäten und Instituten, Corpus und Status der Lehrenden in ihrer universitären Praxis und den ihnen eigenen Lebensformen dargestellt, die andererseits zugleich in den politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Kontext verortet werden. In den Bänden 4 bis 6 wird die Praxis einer modernen Forschungsuniversität beschrieben, und zwar als Praxis der universitär etablierten Disziplinen im Kontext des universitären Fächergefüges, innerhalb der Wissenschaftslandschaft in Berlin und im nationalen wie internationalen Forschungs- und Reflexionszusammenhang. Beginnend in Bd. 4 mit der Konstitution von Disziplinen bis zur Mitte des Jahrhunderts, steht in Band 5 der Wandel der Wissensordnung im Zentrum, wie er sich mit der Entstehung von Großforschung, der Vergesellschaftung der Wissenschaft und der Verwissenschaftlichung der Gesellschaft um und seit 1900 durchsetzt. Bd. 6 beschreibt die wechselvolle Geschichte der Universität seit 1945 und die Anstrengung, sich vor der Vision ihrer Gründung als Universität zu behaupten.
 

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Inhalt

Selbstbehauptung einer Vision Zur Einleitung
9
Theologie
30
Die Theologische Fakultät der HumboldtUniversität zu Berlin 19452010
47
Die Juristische Fakultät im Sozialismus
91
Philosophie
139
Philosophie an der HumboldtUniversität nach 1990
177
Sozialistische Tradition ideologisierter Alltag
209
Soziologie an der HumboldtUniversität unter dem SEDRegime
233
Kunst und Bildgeschichte 19922010
405
Wiederaufbau marxistische Neudefinition und Kampf
409
Von der Ethnographie zur Europäischen Ethnologie
423
Philologien
441
Kulturwissenschaft
509
Orientalistik an der HumboldtUniversität Zwischen Politik
525
Physikalische Forschung im Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik
551
Biologie an der HumboldtUniversität nach 1945 Ihre Entwicklung im
583

Die Wirtschaftswissenschaften an der HumboldtUniversität zu Berlin nach 1945
255
Von der Handschrift zur digitalen Publikation Die Bibliotheks
277
Sportwissenschaften an der HumboldtUniversität
295
GeschlechterforschungGender Studies
313
Forschung und Parteilichkeit Die Neuzeithistorie an der Berliner Universität
333
Alte Geschichte nach 1945
361
Staatsideologie und Forschergeist Die Produktivität der Mittelalterhistorie
375
Das Kunstgeschichtliche Institut der HumboldtUniversität 19461989
389
Entwicklung des Instituts für Biologie seit 1993
607
Die universitären Agrarwissenschaften
641
Zwei Geographien oder eine? Heinz Sankes System geographischer Wissenschaften
661
Die Mathematik nach 1945
683
Medizin
701
Personenregister
743
Abbildungsverzeichnis
758
Urheberrecht

Häufige Begriffe und Wortgruppen

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Über den Autor (2014)

Heinz-Elmar Tenorth ist Professor für Historische Erziehungswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Rüdiger vom Bruch ist Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Bibliografische Informationen