Geschichte des Russischen Krieges im Jahre 1812

Front Cover
Reclam, 1862 - History - 381 pages
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Selected pages

Other editions - View all

Common terms and phrases

Popular passages

Page 70 - Soldaten! Der zweite polnische Krieg hat begonnen! Der erste endete zu Friedland und Tilsit. In Tilsit schwur Rußland ewiges Bündniß mit Frankreich und Krieg mit England, heut bricht es seine Eide! Es will sich über sein sonderbares Betragen nicht früher erklären, als bis die französischen Adler über den Rhein zurück und unsere Bundesgenossen daher in seiner Willkür sein werden. Ein unvermeidliches Geschick reißt Rußland mit sich fort, es kann seinem Schicksal nicht entrinnen. Sollte...
Page 71 - Schicksal nicht entrinnen. Sollte es wohl glauben, wir wären ausgeartet? Sollten wir nicht mehr die Soldaten von Austerlitz sein? Es stellt uns zwischen Entehrung und Krieg; die Wahl kann nicht zweifelhaft sein. Vorwärts also! Vorwärts über den Niemen, tragen wir den Krieg auf sein Gebiet! Der zweite polnische Krieg wird für Frankreichs Waffen ruhmreich wie der erste sein; aber der Friede, den wir schließen werden, wird seine Bürgschaft mit sich führen und dem hochmüthigen Einfluß...
Page 71 - Waffen ruhmreich wie der erste sein; aber der Friede, den wir schließen werden, wird seine Bürgschaft mit sich führen und dem hochmüthigen Einfluß, den Rußland feit fünfzig Iahren auf die europäischen Angelegenheiten ausübte, ein Ziel setzen.
Page 152 - Feldherrn-Stellung mit ruhiger Festigkeit und Würde geltend zu machen und zu wahren wußte, und die Generale, den Großfürsten nicht ausgenommen, in ihre Schranken zurückwies. Zuletzt wendete sich Barelay noch insbesondere an den Großfürsten und eröffnete ihm: er habe dem Kaiser Papiere von solcher Wichtigkeit zu übersenden, daß er sie nur dessen Bruder anvertrauen konne: in einigen Stunden werde er die Ehre haben sie Seiner kaiserlichen Hoheit einhändigen zu lassen.
Page 193 - Reihen auszubreiten und seinen Feind mit dem Schwerte des heiligen Michael zu bekämpfen. In diesem Glauben will ich schlagen, siegen und sterben, überzeugt, daß meine brechenden Augen den Sieg sehen werden. Soldaten, thut Eure Schuldigkeit, denkt an das Opfer Eurer in Flammen aufgegangenen...
Page 193 - Bilde verehren, der Gefahr aus, durch Zufälle, durch die Elemente und durch ruchlose Hände entweiht zu werden. Befürchtet aber nicht, daß der Gott, dessen Altäre durch diesen Wurm, den seine Allmacht aus dem Staube erhob, entweiht wurden, nicht mit Euch sei.
Page 193 - hob, entweihet werden, nicht mit Euch sei; besorgt nicht, daß er sich weigere, seinen Schild über Eure Reihen auszubreiten und seinen Feind mit dem Schwerte des heiligen Michael zu bekämpfen.
Page 365 - Stärke seines Geistes und die kriegerische Tugend seines Heeres, die auch von den zerstörendsten Elementen nicht hatten ganz überwunden werden können, mußten sich hier noch einmal in vollem Glanze zeigen. Nachdem er alle Schwierigkeiten dieses gefährlichen Augenblicks überwunden hatte, sagte Bonaparte zu seinen Umgebungen: Vous voyez comme on passe sous la barbe de l'ennemi75. Die Ehre hatte Bonaparte hier vollkommen gerettet und sogar neue erworben...
Page 193 - Durch dieses von Euch hochverehrte Bild rufen wir den Himmel an, sich mit den Menschen zu verbinden gegen den Tyrannen, der die ganze Welt beunruhigt. Nicht zufrieden, Millionen von Geschöpfen, die Ebenbilder Gottes, zu vernichten, dringt dieser Erzempörer gegen...
Page 125 - ... I. produziert hatten, waren „Feiertags- und Dutzend-Generale"152, die militärische und bürokratische Prozeduren zelebrieren, aber nicht effektiv machen konnten. Sie verfügten über eine Kunst, die darin bestand, „daß man, bei großer Pünktlichkeit, nie und unter keiner Bedingung irgendeine Verantwortlichkeit übernimmt und es auf diese Weise vermeidet, sich eine Blöße zu geben"153. Sie waren durch despotische Traditionen geprägt und in Unterwerfung eingeübt — es handelte sich schließlich...

Bibliographic information