Geschichte des fürstlichen Hauses Liechtenstein, Volume 1

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W. Braumüller, 1868 - 426 pages
 

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Page 402 - Zwar hält die Fluth geschieden Frankreich von Engelland; Ein Meer ist zwischen beiden, sie trennend, ausgespannt, — Doch drohen sich die Blicke selbst über's weite Meer, Und oft schwamm nach der Küste manch waffenstolzes Heer. Viel Kampf ward dort gestritten am Uferssand; mit Macht Von Franken und von Britten geschlagen mauche Schlacht. War' all das Blut beisammen, das dort geslofsen ist. Ein zweites Meer entstanden wär...
Page 402 - Zerkrachen manches Schwert; Zerspalten Helm' und Schilde ; Hinstürzen manches Pferd. Viel tapf're Franken liegen Entseelt im blut'gen Sand, Umsonst! — Die Britten siegen, Es hilft kein Widerstand. Doch seht! ein einz'ger Ritter Schafft wieder Bahn und Licht; Wer ist der Mann, wer kennt ihn, Der so verwegen ficht?
Page 403 - Man kennt aus Blut und Staube nicht Frank und Britten mehr ! 3. Zn leichter Stadt gereihet, erheben auf dem Plan Sich Frankreichs Zelte schimmernd, die Arbeit ist gethan. Die Feinde sind vertrieben, verbunden ist, wer wund, Doch unbekannt geblieben ist noch zu dieser Stund' Der Tapf're, der erfochten so ruhmgekrönten Tag, An den in späten Jahren Frankreich noch denken mag.
Page 404 - Nun, alter Herr, beschauet, vielleicht giebt's eine Spur!" So spricht Karol und reichet den Becher lächelnd hin; Der Herzog, lange forschend, hält und betrachtet ihn, Dann spricht er: „Eine Wette setzt' ich: ich hab entdeckt Den Mann, der in die schlechte Rüstung sich hat versteckt. Zu Oestreich unterm Walde sieht in die weiten Gau'n Man von der Berge Spitzen viel alte Burgen schau'n; Doch eine steht die höchste, dort sah gehau'n in Stein Jch überm Thor dies Wappen, kein andres kann es sein....
Page 403 - Verlangt es dich zu wissen, wer hier der Edle sei? Steh ich, ihn zu enthüllen, mit einer List dir bei. Geheim ließ ich durchsuchen ihm sein Gepäck; da fand Mein Knappe diesen Becher hier, unter anderm Tand; Ein Wappen ist gegraben ins helle Gold; laß sehn! Vielleicht wird hier wohl einer zu deuten es verstehn," — „Ihr seid ja viel gereiset, Herr Herzog von Nemours, Nun, alter Herr, beschauet, vielleicht giebt's eine Spur!
Page 403 - Der Tapfre, der erfochten so ruhmgekrönten Tag, An den in späten Jahren Frankreich noch denken mag. Seht auf des Zeltes Kuppeln ihr jene Fahne wehn. Wo in dem weißen Felde drei gold'ne Lilien stehn? Das ist das Zelt des Königs; die Heeresfürsten all, Sie stehn um ihn versammelt; viel Helden allzumal. Und mitten unter ihnen steht jener Rittersmann — Und auf des Königs Fragen zur Antwort er begann: Erlaß, o hoher König, mir gnädig den Bescheid; Ein Nam' entscheidet wenig, ein Degen viel...
Page 404 - Darauf schloß in seine Arme der König den Rittersmann, Und lauter Jubel jauchzend im Frankenheer begann. Auf ihre Schultern heben die Ritter frendig ihn. Und tragen ihn, ob er's wehret, durchs ganze Lager hin! Zu Oestreich unterm Walde blickt noch die Burg hervor. Auch jetzt ziehn wackre Helden zum Kampf aus ihrem Thor; Und weil es stets wie Säulen gestanden im Gefecht, Ward lange schon gefürstet das rühmliche Geschlecht. Drei Liechtensteine lebten und leben noch zur Zeit, Die rühmt der Ruhm...
Page 404 - Wappen auf dem Schilde, zu Sang und Streit hervor; Gepriesen in allen Landen ist jener Heldenreihn; Der Tapfre, der hier stehet, — es ist — ein Liechtenstein!" — Da bog der Held sein Knie und sprach: „Jch leugn' es nicht, Dies Wappen ist das meine; es ist so, wie er spricht!
Page 80 - ... Königin Venus, Göttin über die Minne, dass sie zu ihnen kommen und sie lehren werde, wie man werther Frauen Minne erringe. Den nächsten Tag nach Georgi, also den 24. April 1228, hebe sie sich zu Mestre aus dem Meere und wolle von da fahren bis nach Böhmen. Ein jeder Ritter, der ihr entgegenkomme und einen Speer auf sie versteche, dem gebe sie einen goldenen Ring, den er seiner Frau senden möge ; welchen Ritter aber Frau Venus niederstäche, der solle sich nach allen vier Enden der Welt...
Page 405 - ... Seit Männer Schwerter führen, hielt keiner besser Stand; Oft wohl hab ich gesehen im Kugelregen dicht, Den Heldenfürsten stehen, und wo Er stand, ward's Licht! Fürst Alois heißt sein Sippe. Er hat aus jeder Schlacht Sich eine neue Wunde und neuen Ruhm gebracht. Als noch sein Bruder...

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