Geschichte des geistigen Lebens in Deutschland: von Leibnitz bis auf Lessing's Tod, 1681-1781, Volume 1

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Wilh. Grunow, 1862 - German literature - 4 pages
 

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Page 107 - Leibniz nahm, bei seiner Untersuchung der Wahrheit, nie Rücksicht auf angenommene Meinungen; aber in der festen Überzeugung, daß keine Meinung angenommen sein könne, die nicht von einer gewissen Seite, in einem gewissen Verstande wahr sei, hatte er wohl oft die Gefälligkeit, diese Meinung so lange zu wenden und zu drehen, bis es ihm gelang, diese gewisse Seite sichtbar, diesen gewissen Verstand begreiflich zu machen. Er schlug aus Kiesel Feuer; aber er verbarg sein Feuer nicht in Kiesel.
Page 107 - Gründen gefallen lassen, ja gar sie lieber noch mit neuen bestärkt hätte, weil er erkannte, daß sie mit einer großen Wahrheit seiner esoterischen Philosophie mehr übereinstimme als die gegenseitige Lehre.
Page 631 - Ich lernte mich selbst kennen, und seit der Zeit habe ich gewiß über Niemanden mehr gelacht und gespottet als über mich selbst.
Page 631 - Umgange, verhaßte Mienen, aus welchen jedermann seine Verachtung zu lesen glaubte, das waren die guten Eigenschaften, die mir bei meiner eignen Beurteilung übrigblieben. Ich empfand eine Scham, die ich niemals empfunden hatte. Und die Wirkung derselben war der feste Entschluß, mich hierinne zu bessern, es koste, was es wolle.
Page 614 - Ständen und Klassen der Einwohner keine Gemeinschaft ist-, wo der hohe Adel nichts mit dem geringeren, der geringere nichts mit dem...
Page 329 - Beklagen Sie mich nicht, sagte sie zu ihr, denn ich gehe jetzt meine Neugier befriedigen über die Urgründe der Dinge, die mir Leibnitz niemals hat erklären können, über den Raum, das Unendliche, das Sein und das Nichts; und dem Könige, meinem Gemahl, bereite ich das Schauspiel eines Leichenbegängnisses, welches ihm neue Gelegenheit giebt, seine Pracht darzuthun.
Page 630 - Ich lernte einsehen, die Bücher würden mich wohl gelehrt, aber nimmermehr zu einem Menschen machen. Ich wagte mich von meiner Stube unter meines gleichen.
Page 333 - Nun ist es Zeit zu wachen, Eh Deutschlands Freiheit stirbt, . Und in dem weiten Rachen Des Krokodils verdirbt ; Herbei, daß man die Kröten, Die unsern Rhein betreten, . Mit aller Macht zurücke Zur Saon
Page 355 - bedenkt, wie unbedeutend die Paulinerbibliothek damals war und daß Wolff von Hause aus gar nichts besaß...
Page 507 - Ich wollte nicht sagen, wenn die Vernunft im menschlichen Leben unentbehrlich wäre: Aber so sehe ich nicht, wozu sie nütze. Es ist gar zu bekannt, daß die Weisheit, wodurch die Welt regieret wird, sehr geringe sey.

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