Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts seit den Wiener Verträgen, Volume 6

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W. Engelmann, 1862 - Europe
 

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Page 560 - So ab« hatte er wohl Ehrgeiz genug, sich von einer ehrenvollen Laufbahn eine Weile anziehen zu lassen, die ihm ans leidigen Verhältnissen einen Ausweg öffnete; sobald aber diese Verhältnisse weggeräumt waren, so konnte für sein feines, an die Bedürfnisse und Bequemlichkeiten des gebildeten Lebens gewöhntes Naturell kaum eine Wahl sein zwischen dem Fortleben in seinem bisherigen Wohnlande und der dunklen Zukunft in einer Stellung, über deren Mühsale und Gefahren ihn die früheren und neueren...
Page 559 - Tornminister ein Grund, ihm zuletzt alles zu gewähren, um den Mann der Opposition zu entfernen, für ihn ein Grund, zu bleiben, dem auf alle Fälle eine behaglichere, möglicherweise eine nützliche Existenz in England bevorstand. Eine solche Existenz aber war ihm auf alle Fälle lockender als der Weg nach der Dornenkrone Griechenlands, weil sie seiner ganzen Natur mehr zusagte, in der (wie bei allem Thun und Lassen aller Menschen) die letzten und wesentlichen Gründe seiner Handlungsweise zu suchen...
Page 559 - Aber seine eigentlichen Motive waren dies gleichwol nicht; sie lagen mehr in zufälligen Zwischenfällen, die des Prinzen äußere Lage in England ganz zu verändern versprachen. Er hatte zu schwanken begonnen in dem Momente der Feststellung seiner Wahl, als eben um diese Zeit die Gesundheit des Königs von England schwankend wurde, und er halte sich entschieden von dem Augenblicke an, wo des Königs Zustand verzweifelt ward.
Page 559 - Existenz aber war ihm auf alle Fälle lockender als der Weg nach der Dornenkrone Griechenlands, weil sie seiner ganzen Natur mehr zusagte, in der (wie bei allem Thun und Lassen aller Menschen) die letzten und wesentlichen Gründe seiner Handlungsweise zu suchen sein werden. Oft ist später, als der Prinz auf einem anderen Thron im Kerne der civilisirten Welt seine ausgezeichnete Regentenbegabung bewährte, das Schicksal angeklagt worden, daß es dem sturmgepeitschten Volke der Griechen diesen weisen...
Page 560 - Entwicklung des inneren Lebens dieses Naturvolkes die geeigneten physischen und geistigen Gaben mitgebracht hätte, mag füglich bezweifelt werden. Dorthin gehörte ein Mann von so elastischer Gesundheit und Körperkraft, daß er mit dem furchtbar verarmten Volke um die Wette hätte zu ringen vermocht gegen die Last des materiellen Elends der Leiden und der Entbehrungen; ein Mann von der Iugendfrische, die sich ganz in die Lebenssphäre dieser Wildlinge zu versetzen, ihren Glauben anzunehmen, ihre...
Page 560 - Seelengrötze, die auf alle Fehlschläge, auf jede Verleumdung, auf jeden Undank gefaßt und gerüstet war, allem zu trotzen und sich durch nichts abschrecken zu lassen, auf jede bittere Erfahrung und Enttäuschung mit stets neuen Opfern zu antworten.
Page 391 - Moslemin von Natur die Ungläubigen (die Christen nämlich) hassen, so ist es nicht minder gewiß, daß diese die gebornen Feinde der Muselmänner sind, und besonders die Russen , deren Reich der Erzfeind der Pforte ist...
Page 559 - Zustand verzweifelt ward. Die Verhältnisse und die Menschen spiegelten ihm jetzt die Aussicht auf eine Regentschaft vor, wenn vielleicht seine Nichte, die Prinzessin Viktoria, minderjährig zur Regierung kommen sollte; dies war für die Toryminister ein Grund, ihm zuletzt alles zu gewähren, um den Mann der Opposition zu entfernen, für ihn ein Grund, zu bleiben, dem auf alle Fälle eine behaglichere, möglicherweise eine nützliche Existenz in England bevorstand.
Page 560 - ... auf alle Fehlschläge, auf jede Verleumdung, auf jeden Undank gefaßt und gerüstet war, allem zu trotzen und sich durch nichts abschrecken zu lassen, auf jede bittere Erfahrung und Enttäuschung mit stets neuen Opfern zu antworten. Man mag dem Prinzen Leopold gern jede Ehre zusprechen, ohne in ihm gerade einen Mann von diesem Gepräge zu finden. Wäre er es gewesen, so hätte ihn nichts in seinem Entschlüsse wankend gemacht, so hätten ihn die Schwierigkeiten dieser großen Aufgabe der Stcmtengründei,...
Page 161 - Metternich keine Redlichkeit ist und daß wir mit ihm gemeinsam nicht gehen können ohne die Gewißheit, verrathcn zu werden; es ist nicht nur seine Gewohnheit, in unseren, Falle würde eS auch sein Stolz und seine Lust sein"'".

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