Giovannis Ring: Eine Liebe im Florenz der Medici

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epubli, Feb 13, 2013 - Fiction
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All die Jahre über hatte Lusanna für den Augenblick gelebt, in dem Giovanni sie öffentlich als seine Frau anerkennen würde, und dieser ersehnte Augenblick schien endlich gekommen zu sein, als sein Vater starb. Doch statt Wort zu halten, versuchte er sich mit Ausflüchten herauszureden. Lange durchschaute Lusanna sein Verhalten nicht, aber als sie schließlich erfuhr, Giovanni della Casa habe eine andere Frau geheiratet, rang sie sich dazu durch, den Fall durch das kirchliche Gericht in Florenz untersuchen zu lassen, um gegebenenfalls Giovanni zu zwingen, sie als seine rechtmäßige Ehefrau anzuerkennen, auch auf die Gefahr hin, daß ihm damit die üblichen Strafen wegen Bigamie drohten. Wer waren die beiden - Lusanna, die Ehefrau eines Handwerkers, und Giovanni, der noch ledige Sohn einer angesehenen Bankiers- und Kaufmannsfamilie -, deren Verhältnis schon eine ungewöhnlich lange Zeit bestand? War es nur eine besonders starke sexuelle Anziehungskraft, die sie zueinander trieb - oder mehr? Wie haben sie diese zwölf bewegten Jahre verbracht? War die heimliche Zeremonie nach dem Tod von Lusannas erstem Mann überhaupt eine richtige Hochzeit gewesen, wie Lusanna und einige andere versicherten – oder war das Ganze nur zum Schein inszeniert worden? Dies zu klären erwies sich umso schwieriger, je mehr sich die Zeugenaussagen widersprachen und das Liebespaar selbst sich vor Gericht nicht blicken ließ. Bestechungen und Lügen waren im Spiel, berufliche und familiäre Abhängigkeiten, aber auch die aus taktischen Gründen vor dem weltlichen Gericht des Podestà erhobene falsche Beschuldigung, Lusanna habe ihren ersten Ehemann durch Giftmord beseitigt. Für einen kurzen Augenblick ihres Lebens war Lusanna zu einer Berühmtheit geworden. Mit bewunderungswürdigem Mut hatte sie eine gesellschaftliche und politische Ordnung herausgefordert, deren fein wie bei einem ausgefeilten Uhrwerk ineinandergreifende Rädchen dazu dienten, Angehörige ihres Geschlechts und Standes niederzuhalten. Fünfhundert Jahre war sie zu früh auf die Welt gekommen. Diese Geschichte über eine Liebe im Florenz der Medici ist zugleich eine lebendige Schilderung über das Leben im Florenz der Renaissance. Im Mikrokosmos, in der Welt der kleinen Leute, spiegelt sich eine ganze Epoche. „Giovannis Ring“ ist nicht nur ein Roman voll menschlicher Dramatik, sondern auch voll prallen Lebens in einer sinnenfrohen Zeit.
 

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About the author (2013)

Helmut Höfling, geb. in Aachen, war Journalist, Kritiker, Dramaturg und Regisseur am Theater, Redakteur beim Fernsehen, lebt jetzt in Bad Homburg. Viele Reisen führten ihn durch Europa, Afrika, Amerika, Asien, Australien, u. a. nach Sibirien, zum Kaukasus, und Kilimandscharo, nach Nepal, Sikkim, Mexiko, zu den Andamanen. Bis jetzt hat er über 120 Bücher veröffentlicht, auch in Spanisch, Holländisch, Russisch, Georgisch, Kirgisisch, Rumänisch, Ungarisch, Bulgarisch, Armenisch. Weltauflage 2,3 Millionen. Rundfunksender in vielen Ländern haben über 1.850 Sendungen im Hörfunk und Fernsehen ausgestrahlt. Seine Reihe „Der kleine Sandmann bin ich“ ist als „Meilenstein der WDR-Geschichte“ ausgezeichnet worden. Mehrf. Auswahlliste Deutsher Jugendbuchpreis. Intern. Jgd.-Biblio.: Weißer Rabe

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