Goethe: homo homini lupus, homo homini deus

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Wolfgang Wittkowski
Lang, Jan 1, 2004 - Ethics in literature - 532 pages
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Beachtet man die lange vernachlassigten Phanomene ethischer Natur, befreien sich zentrale Werke Goethes von weitergeschleppter altvaterischer wie neumodisch-ideologischer Verfalschung. Sie geraten auf die Fue und erweisen Goethes menschliche, asthetische und politische Weisheit als so allgemeingultig, da sie heute eher noch aktueller, unentbehrlicher erscheint. Auerlich angepat und diplomatisch, opponierte der Dichter subversiv. So rebelliert Iphigenie gegen religiosen und weltlichen Autoritatsmibrauch, desgleichen die unerhort analytische Liebestragodie Tasso gegen Hofdunkel. Angeblich unpolitisch, bewahrt Egmont ethisch-politisches Genie in Anlehnung an Machiavelli. Der schlichte Hermann ubertrifft Dorotheas imponierenden ersten Verlobten und Sympathisanten der Revolution. Die naturliche Tochter, Faust entlarven Betrug und Machtwillen hinter schonklingenden Parolen. Mit umsichtiger Diatetik der Seele, der Ethik und seiner polar ausbalancierten Kunst warnt Goethe vor dem Menschen, der an anderen zum Wolf, und ruhmt ihn, wo er an ihnen zum Gott, zur Gottin wird.

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Contents

Vorwort
7
Hinrichtung einer Kindsmörderin
13
Was tun?
68
Copyright

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About the author (2004)

Wolfgang Wittkowski wurde 1925 in Halle/Saale geboren. Er studierte Deutsch, Englisch, Philosophie und Leibeserziehung in Gottigen und Frankfurt a.M. und promovierte 1953 bei Kurt May uber C.F. Hebbel. Nach Lehrtatigkeiten in Bad Nauheim von 1956-63 wurde er Associate und 1965 Full Professor an der Ohio State University, Columbus, ab 1980 an der State University of New York, Albany. Seit 1995 ist er Emeritus. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf Interpretationen im Kontext von Forschungs-, Geistes-, Religions- und politischer Geschichte mit Hauptaugenmerk auf ethisch-psychologischer Motivation und ethisch-politischer Autorabsicht.

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