"Gott ist die Liebe - oder nicht?" - Die Theodizeefrage in Heinrich von Kleists "Das Erdbeben in Chili"

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GRIN Verlag, 2008 - 60 pages
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Essay aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2, Universiteit van Amsterdam, 8 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Gott ist die Liebe" ist ein feststehender Ausdruck in der christlichen Kirche, genauso wie Gott ist ein Gott der Liebe und nicht der Rache." Das ist naturlich alles gut und schon, aber trotz des liebenvollen Gottes gibt es Ubel und Leid in der Welt. Fur das Ubel kann leicht der Teufel verantwortlich gemacht werden, aber das wurde entweder heissen, dass der Teufel starker ware als Gott, oder dass Gott gar nicht vorhatte, uns vor dem Bosen zu schutzen, wie uns gelehrt wird. Wie anhand des Vorhergehenden schon klar geworden ist, liegt hier eine sehr schwierige Frage vor. Tatsachlich haben zahlreiche Menschen wahrend der vergangenen Jahrtausende versucht, diese Frage zu beantworten. Menschen wie Leibniz, Pope oder Rousseau. Als am 1. November 1755 Lissabon, die schonste und reichste Stadt Europas, durch ein grosses Erdbeben zerstort wurde, wurde das Drangen nach der Beantwortung der Theodizeefrage grosser. Die Menschen waren besturzt und wollten wissen, warum Gott gerade diese schone und kulturelle Stadt zerstort hatte. War das Erdbeben eine Mahnung Gottes? War das Jungste Gericht eingeleitet? Viele diskutierten diese Frage. In diesem Rahmen verfasste Heinrich von Kleist seine Erzahlung Das Erdbeben in Chili," die - anders, als der Titel vermuten lasst - auf das Lissabonner Beben und die damit zusammenhangende Theodizeefrage verweist. In dieser Erzahlung lassen sich verschiedene Theodizeetheorien erkennen, die alle an der beschrankten Erkennungsfahigkeit des Menschen fehlzuschlagen scheinen. Die Frage, warum der liebende Gott St. Jago bzw. Lissabon zerstort hat, kann und will Heinrich von Kleist nicht beantworten, weil auch er und der Erzahler der Geschichte der Beschranktheit des menschlichen Daseins unterliegen. Obwohl die Menschheit die Neigung, vielleicht schon den Bedarf hat, alles zu

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