Graf Bismarck und seine Leute während des Kreiges mit Frankreich: nach Tagebuchsblättern

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F. W. Grunow, 1889 - Franco-Prussian War, 1870-1871 - 635 pages
 

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Page 220 - Ich habe die Standhaftigkeit, die ich zehn Jahre lang an den Tag gelegt habe gegen alle möglichen Absurditäten, nur aus meinem entschlossenen Glauben. Nehmen Sie mir diesen Glauben, und Sie nehmen mir das Vaterland. Wenn ich nicht ein strammgläubiger Christ wäre, wenn ich die wundervolle Basis der Religion nicht hätte, so würden Sie einen solchen Bundeskanzler gar nicht erlebt haben.
Page 208 - Standhaftigkeit auf dem ihm zugewiesenen Posten zu denken, ohne Furcht und ohne Hoffnung), haben die Franzosen nicht. Und das kommt doch von dem Reste von Glauben in unserem Volke, davon, daß ich weiß, daß jemand ist, der mich auch dann sieht, wenn der Leutnant mich nicht sieht.
Page 331 - Es wäre eine unerhörte Wendung, aber doch nicht so unerklärlich und für uns recht nützlich, wenn wir den Katholiken als das erschienen, was wir in Wirklichkeit sind, als die einzige Macht gegenwärtig, die dem obersten Fürsten ihrer Kirche Schutz gewähren könnte.
Page 219 - Grundlage dem Staate, so behalten wir als Staat nichts als ein zufälliges Aggregat von Rechten, eine Art Bollwerk gegen den Krieg aller gegen alle, welchen [Satz] die ältere Philosophie aufgestellt hat.
Page 195 - Als ich Primaner war." sagte er, „da v tonnte ich recht gut lateinisch schreiben und sprechen; jetzt sollte es mir schwer fallen, und das Griechische habe ich ganz vergessen. Ich begreife überhaupt nicht, wie man das so eifrig betreiben kann. Es ist wohl bloß, weil die Gelehrten nicht im Werte mindern wollen, was sie selbst mühsam erworben haben.
Page 331 - Papst thun wird. Abreisen? Aber wohin? Er hat bei uns schon gebeten, wir möchten bei Italien vermittelnd anfragen, ob man ihn abreisen lassen würde und ob dies mit der ihm gebührenden Würde geschehen könne. Wir haben das gethan und sie haben geantwortet, man würde seine Stellung durchaus achten und darnach verfahren, wenn er fort wollte." — „Sie weiden ihn nicht gern gehen lassen", versetzte Hatzfeld ; „es liegt in ihrem Interesse, daß er in Rom bleibt.
Page 123 - ... wir uns großmütig zeigten. Schonung der Armee würde diese und das ganze Volk zur Dankbarkeit verpflichten und freundschaftliche Gefühle erwecken. Das Gegenteil wäre der Anfang endloser Kriege. Darauf nahm ich das Wort, weil das in mein Gewerbe einschlug. Ich sagte ihm, man könne wohl auf die Erkenntlichkeit eines Fürsten, aber nicht wohl auf die eines Volkes bauen, und am wenigsten auf die der Franzosen. Hier gebe es keine dauerhaften Verhältnisse und Einrichtungen, unaufhörlich wechselten...
Page 218 - Von Gottes Gnaden", welche christliche Herrscher ihrem Namen beifügen, kein leerer Schall, sondern ich sehe darin das Bekenntnis, daß die Fürsten das Scepter, welches ihnen Gott verliehen hat, nach Gottes Willen auf Erden führen wollen. Als Gottes Willen kann ich aber nur erkennen, was in den christlichen Evangelien offenbart worden ist, und ich glaube, in meinem Rechte zu sein, wenn ich einen solchen Staat einen christlichen nenne, welcher sich die Aufgabe gestellt hat, die Lehre des Christentums...
Page 220 - Wie gerne ginge ich! Ich habe Freude am Landleben, an Wald und Natur. Nehmen Sie mir den Zusammenhang mit Gott, und ich bin ein Mensch, der morgen einpackt und nach Varzin ausreißt und seinen Hafer baut.
Page 218 - Wie man ohne Glauben an eine geoffenbarte Religion, an Gott, der das Gute will, an einen höheren Richter und ein zukünftiges Leben zusammenleben kann in geordneter Weise — das Seine tun und jedem das Seine lassen, begreife ich nicht.

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