Gregor von Tours und seine Zeit vornehmlich aus seinen Werken geschildert: ein Beitrag zur Geschichte der Entstehung und ersten Entwickelung romanisch-germanischer Verhältnisse

Front Cover
F.A. Brockhaus, 1839 - Franks - 567 pages
0 Reviews
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Other editions - View all

Common terms and phrases

Popular passages

Page 21 - Ende dieser schönen Reihe sich geschlossen sieht! Denn es erzeugt nicht gleich ein Haus den Halbgott noch das Ungeheuer; erst eine Reihe Böser oder Guter bringt endlich das Entsetzen, bringt die Freude der Welt hervor.
Page 519 - ... Eroberung umhüllt, Monarchie und Demokratie theils wechselnd theils mit einander kämpfend hervortreten, so folgt hieraus keineswegs, dass es immer so gewesen. Es ist vielmehr wahrscheinlich, dass bei den allermeisten Stämmen der Germanen, wie bei den Griechen, früher eine beschränkte Königsherrschaft Statt gefunden hat, dann aber von den mächtiger gewordenen republikanischen Gesinnungen und Formen theilweise verdrängt und aufgehoben worden ist. Wenigstens erklärt sich jene einzelnen...
Page 483 - Forscher angenommene ist, daß an diesen Franken, wie sie in» dritten Jahrhundert erscheinen, nichts neu ist als der Name, der Sache nach aber nur Völler auftreten, welche den Römern zu den Zeiten des Augustus schon sehr wohl bekannt waren. In ihrem kriegerischen Zusammenwirken , vorzüglich gegen Rom , erhielten sie diesen neuen Rainen, dessen etymologischen Grund mit Gewiß« heit bestimmen zu wollen wohl vergebliche Mühe bleiben wird.
Page 259 - ... miedo" (s. Torquemada). Das Taufwasser machte indess Alles wieder gut. Die Aufzählung aller der von Chlodwig unter den Greueln seiner Zeit begangenen Schandthaten, schliesst Gregor von Tours mit dem Satze, dass „Gott täglich seine Feinde vor ihm niederstreckte und seine Herrschaft vergrösserte , weil er rechten Herzens vor ihm wandelte und that, was in seinen Augen wohlgefällig war".
Page 492 - Sagen, die nirgends vorkommen, als in dem fortgeführten Faden jener Erdichtung von der trojanischen Herkunft, und nicht minder aus der Luft gegriffen sind als diese selbst. Es ist die Betrachtung jenes scharfen Contrastes zwischen den vielgerühmten Tugenden der alten Deutschen und der Entartung der Franken, welche Menzel zu dieser Annahme bewogen hat. Wie aber diese Entsittlichung unter den Deutschen selbst geschah, und daß der Unterschied zwischen den Franken und andern germanischen...
Page 182 - N. l, kurz andeutet, indem er sagt: rHätte das Amt in Gregors Zeiten schon Bedeutung gehabt, so würden die Minderjährigkeiten in Austrasien und Neustrien unternehmenden Männern volle Gelegenheit gegeben haben, sich in den Besitz desselben zu setzen; kraftlose hätten es nicht erlangt, oder behalten. Aber die Bedeutung fand sich erst mit dem grossen Siege der Aristokratie, welcher Brunichild und ihr Haus stürzte ". Die Ausführungen von Waitz aa O., SS.
Page 462 - Mögen die, welche einige Stämme der Menschen als unverbesserliche Barbaren betrachten, zu Herzen nehmen, dass die Dänen und Sachsen, welche solche Grausamkeiten begingen, die Ahnen derer waren, welche jetzt in Skandinavien, der Normandie, Britannien und Amerika zu den betriebsamsten, einsichtigsten, ordnungsliebendsten, humansten aller Erdbewohner gehören...
Page 491 - Einen innern Grund, die thüringische Herlunft für die wahre zu halten, hat Gouvv in einer in mehreren sehr wichtigen Beziehungen herrschenden Uebereinstimmung zwischen den fränkischen, besonders den ripuarischen Gesetzen und den thüringischen zu finden geglaubt. Ich will diese Uebereinstimmung leineswegs anfechten, sehe aber nicht, wie sie die Stütze einer sonst unhistotischen Annahme werden kann, da sie wohl »och auf andere Weise zu erklären ist, als durch das geographische Verhältnis).
Page 482 - Hunibald als Quelle zu citiren und in den Noten ganze Stellen aus Trithem abdrucken zu lassen, so liegt hierin wohl die Rechtfertigung, daß ich eine Untersuchung wieder aufgenommen habe, die Vielen überflüssig scheinen wird. „Eine absichtliche Erdichtung , wie die trojanische Herkunft der Franken, ist die pannonische, von der Gregor berichtet, nicht, aber eine nicht minder grundlose Annahme, die ihre Veranlassung vielleicht nur darin hat, daß seit den Zeiten der hunnische...
Page 254 - )", sprach der heilige Mann, „bete an, was du verbrannt, verbrenne, was du angebetet hast." So wird Chlodovech, nachdem er — und Gregor hebt dies mit besonderem Nachdruck hervor, dem arianischen Bekenntnis gegenüber — den dreieinigen Gott bekannt hat, getauft im Namen des Vaters, des Sohnes, des heiligen Geistes, er wird gesalbt mit dem heiligen Oele, das Zeichen des Kreuzes wird geschlagen...

Bibliographic information