Grillparzers liebesroman, die schwestern Fröhlich: roman aus Wiens klassischer zeit

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R. Bong, 1912 - 313 pages
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Page 305 - Zusammenlebens gesehen hätte. Seit ich nach dem Versiegen ihrer eigenen Hilfsquellen allein die Bedürfnisse des Hauses bestritt, vereinigte sich für sie in mir der Sohn und der Gatte. Sie hatte keinen Willen als den meinigen, mir fiel aber auch nicht ein einen Willen zu haben, der nicht der ihrige gewesen wäre. Alles Äußere überließ ich ihr blindlings, wogegen sie sich aber auch alles Einmengens in meine Gedanken, Empfindungen, Arbeiten und Überzeugungen gleicherweise enthielt.
Page 261 - Darum sind ja von jeher Dichter gewesen und Helden, Sänger und Gotterleuchtete, daß an ihnen die armen zerrütteten Menschen sich aufrichten, ihres Ursprungs gedenken und ihres Zieles.
Page 177 - Ja, versetzte er, so seid ihr Herren! Ihr denkt euch immer die Zensur als gegen Euch verschworen. Als Ihr Ottokar zwei Jahre liegen blieb, glaubten Sie wahrscheinlich, ein erbitterter Feind verhindere die Aufführung. Wissen Sie, wer es zurückgehalten hat? Ich, der ich, weiß Gott, Ihr Feind nicht bin.
Page 299 - Hause wohnte mein Schatz; Sie hat schon längst die Stadt verlassen, Doch steht noch das Haus auf demselben Platz. Da steht auch ein Mensch und starrt in die Höhe Und ringt die Hände vor Schmerzensgewalt; Mir graust es, wenn ich sein Antlitz sehe — Der Mond zeigt mir meine eigne Gestalt. Du Doppelgänger, du bleicher Geselle! Was äffst du nach mein Liebesleid, Das mich gequält auf dieser Stelle So manche Nacht in alter Zeit? 23. Wie kannst du ruhig schlafen, Und weißt, ich lebe noch? Der alte...
Page 122 - Gib deine Hand, du schön und zart Gebild! Bin Freund und komme nicht, zu strafen. Sei guten Muts, ich bin nicht wild! Sollst sanft in meinen Armen schlafen!
Page 278 - Selten sind sie, die Augenblicke der Begeisterung in dieser geistesarmen Zeit. Heiliget euch! Der hier liegt, war ein Begeisterter. Nach Einem trachtend, um Eines sorgend, für Eines duldend, alles hingebend für Eines, so ging dieser Mann durch das Leben. — Nicht Gattin hat er gekannt, noch Kind; kaum Freude, wenig Genuß. — Ärgerte ihn ein Auge, er riß es aus und ging fort, fort, fort bis ans Ziel.
Page 78 - Still saß sie da, die Lieblichste von allen, Aufhorchend, ohne Tadel, ohne Lob; Das dunkle Tuch war von der Brust gefallen, Die, nur vom Kleid bedeckt, sich atmend hob ; Das Haupt gesenkt, den Leib nach vorn gebogen, Wie von den fliehnden Tönen nachgezogen. Nenn ich sie schön?
Page 305 - Eingriffe in mein Inneres dulde ich nicht, kann ich nicht ertragen, wenn ich auch wollte. Ich hätte müssen allein sein können in einer Ehe, indem ich vergessen hätte, daß meine Frau ein anderes sei, meinen Anteil an dem wechselseitigen Aufgeben des Störenden hätte ich herzlich gern beigetragen. Aber eigentlich zu zweien zu sein, verbot mir das Einsame meines Wesens.
Page 185 - Du bist die Ruh, der Friede mild, die Sehnsucht du und was sie stillt. Ich weihe dir voll Lust und Schmerz zur Wohnung hier mein Aug und Herz. Kehr ein bei mir und schließe du still hinter dir die Pforten zu. Treib andern Schmerz aus dieser Brust ! Voll sei dies Herz von deiner Lust. Dies Augenzelt, von deinem Glanz allein erhellt, o füll es ganz.
Page 280 - Ich bin ein dorischer Dichter. Ich kümmere mich den Henker um die Sprache der Leipziger Magister und des Dresdener Liederkreises. Ich rede die Sprache meines Vaterlandes.

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