Grund und Grenzen der Nothilfe

Front Cover
Mohr Siebeck, 2008 - Law - 412 pages
0 Reviews
English summary: For the first time, Armin Englander studies the entire range of the legal institution of the defence of another person from the perspective of criminal law. In doing so, he explores the ratio legis of this defence, the relationship between self-defence and the defence of others, the relationship and the differences to government measures taken to avert an imminent danger, the problems of imposed defence of another person and the so-called social-ethical restrictions to this defence. Based on the right of the victim, the author develops a concept of defending another person as it relates to the rights of the individual, a concept which establishes the power to defend another person in accordance with section 32 of the German Penal Code and which determines its scope, explains the existing system of graduated emergency rights and the differences to the state's right to take measures to avert danger in a new way. In doing so, the author closes a research gap in the general section of criminal law. German description: Die Nothilfe fristet - entgegen ihrer praktischen Bedeutung - in der strafrechtswissenschaftlichen Diskussion weitgehend ein Schattendasein. Zumeist werden die aus der Beschaftigung mit dem Zwei-Personen-Verhaltnis zwischen dem Angreifer und dem sich selbst verteidigenden Angegriffenen gewonnenen Einsichten uber Grund, Voraussetzungen und Grenzen der Notwehr einfach auf die Nothilfe ubertragen und dann lediglich um einige bereichsspezifische Uberlegungen erganzt. Eine solche Fokussierung auf die Notwehr im engen Sinn birgt indes die Gefahr von Verkurzungen und Verzerrungen. Armin Englander nimmt dagegen von vornherein das Drei-Personen-Verhaltnis zwischen Angreifer, Angegriffenem und Nothelfer ins Blickfeld und erortert aus strafrechtlicher Perspektive das Rechtsinstitut der Nothilfe erstmals in seiner gesamten Bandbreite. Er untersucht dabei unter anderem die ratio legis der Nothilfe, die Konkurrenz zwischen Selbst- und Fremdverteidigung, das Verhaltnis zur staatlichen Gefahrenabwehr, die Problematik der aufgedrangten Nothilfe und die sogenannten sozialethischen Einschrankungen der Nothilfe. Ausgehend von den subjektiven Rechten des Angegriffenen entwickelt der Autor eine individualrechtliche Nothilfekonzeption, die die von 32 StGB eingeraumte Befugnis zur Verteidigung eines anderen begrundet, ihre Grenzen bestimmt, das System abgestufter Notrechte plausibel macht und die Unterschiede zum staatlichen Gefahrenabwehrrecht erklart. Damit schliesst er eine Forschungslucke im Allgemeinen Teil des Strafrechts.
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Contents

Probleme der Nothilfe l
1
2 Die ratio legis der Nothilfe
7
Nothilfe als Verteidigung der Rechtsordnung und
28
Die Begründbarkeit der Verteidigungsbefugnis
36
3 Die Akzessorietät der Nothilfe
99
Die Beachtlichkeit des der Nothilfe entgegenstehenden
112
4 Nothilfe und staatliche Gefahrenabwehr
152
Nachrangigkeit der Nothilfe gegenüber staatlicher
159
5 Die Nothilfelage
234
Kontext der Durchsetzung subjektiver
256
Unmittelbare Bedrohung eines nothilfefähigen Gutes durch
264
Der Ausschluss der Nothilfelage durch Einverständnis
275
Das relativ mildeste Mittel
283
Erforderlichkeit obwohl der Angegriffene keine Nothilfe
292
8 Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse
372
Personenregister
407

Die Reichweite der Abwehrbefugnisse
176
Differenzierung von Nothilfe und staatlicher Gefahrenabwehr
201

Common terms and phrases

32 StGB Absichtsprovokation Abwehr Adressaten Aggressivnotstand Akteure allerdings Angreifer Argument Auffassung aufgrund Aussageerzwingung Beeinträchtigung Befugnis Befugnisnorm Begründung Beispiel bereits besonders Bestehen bestimmten Bestimmtheitsgebot BGHSt Bitzilekis BVerfGE daher darf deshalb Dritten Eingriff Einschränkung Einwand Einwilligung EMRK entsprechenden erforderlich Erforderlichkeit erscheint erst Fall Freiheit Gefahr gegenüber Geltung gleichwohl Grund grundsätzlich Güter Haas Handeln Handlung hingegen hoheitliche Hoheitsträger Individualgüter insoweit Interesse Jura Kollektivgütern Konstellationen Krey Kühl lässt lediglich Lesch lichen Maßnahmen Menschen mildeste Mittel MK-Erb Möglichkeit muss Norm Nothilfebefugnis Nothilfelage Nothilferecht Notstand Notwehr und Nothilfe Notwehrrecht Pawlik Person Pflicht Polizeirecht prinzipiell Privaten Provokateur Rechte des Angegriffenen Rechtfertigung Rechtfertigungsgründe rechtlich Rechtsbewährung Rechtsordnung Rechtsträger rechtswidrigen Angriff Regelung Renzikowski Rettungsfolter Roxin Sanktionsnormen Schmidhäuser Schönke/Schröder-Lenckner/Perron Schrifttum Schutz Seuring SK-Günther soll Staat staatlichen Organe staatlicher Gefahrenabwehr stellt strafrechtlichen subjektiver Rechte Subsidiarität tatsächlich Tötung überindividualistischen Verbot Verhalten Verhaltensnormen Verhältnismäßigkeitsprinzip Verletzung Verteidigung Verteidigungsbefugnis Vertreter Wessels/Beulke ZStW zufolge zulässig zumindest zunächst Zweck

About the author (2008)

Armin Englander, Geboren 1969; Studium der Rechtswissenschaften in Frankfurt a.M.; 2002 Promotion; 2008 Habilitation; derzeit Privatdozent und Akademischer Rat im Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der Johannes Gutenberg-Universitat Mainz.

Bibliographic information