Grundlinien einer allgemeinen Psychophysiologie

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E. Günther, 1889 - Psychophysiology - 150 pages
 

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Page 1 - Affection einer einzigen unbekannten Essenz oder Wesenheit zu, der Dualismus dagegen bezieht sie auf zwei verschiedene Wesenheiten, die er zu kennen meint: auf Materie und Kraft, auf Körper und Geist. Nun sind aber diese beiden Hypothesen nicht allein wissenschaftlich gar nicht bewiesen, sondern es lässt sich auch weder die eine noch die andere irgendwie beweisen; denn um eine derselben beweisen zu können, müsste man das Wesen der Dinge selbst kennen.
Page 57 - Es gelang mir nur elfmal, diese Erscheinung mit aller wünschenswerten Genauigkeit zu konstatieren, wahrscheinlich bedarf es eines bestimmten Grades von Narkotisierung, damit das Gehör noch in dem richtigen Masse, den dieses Experiment erheischt, erregbar sei . . . ." Bei diesen Beobachtungen war in acht Fällen die Abweichungsrichtung dieselbe wie in jenen Fällen, wo eine Hautreizung der Glieder vorgenommen worden war; in den anderen drei Fällen wich der Spiegel nach der entgegengesetzten Seite...
Page 1 - Vcrständniss unzugänglich. Es kann daher Jeder zwischen Dualismus und Monismus wählen und diejenige Anschauung festhalten, die seiner Art zu denken und zu fühlen am besten entspricht. Dualist oder Monist sein, heisst nicht etwa eine wissenschaftliche Thatsache oder Folgerung anerkennen; es heisst vielmehr an die eine oder die andere Ansicht glauben — es ist ein Glaubensact.
Page 55 - Schiff nachgewiesen hat, dafs diese Differenz von der Manipulation, die den Reiz hervorruft, unabhängig ist, sucht er die Frage zu beantworten, ob sie von einer Temperaturerhöhung an dem einen oder von einer Abkühlung an dem anderen Pole herrühre. Bei Katzen und Kaninchen, die mit Kurare vergiftet worden, legte er die...
Page 48 - Kausalkomplexes halten, und dafs sie im Gegenteil die Endwirkung einer Reihe von Veränderungen ist, deren Ausgangspunkt die in Rede stehende Ursache bildet und welche Veränderungen häufig ohne unser Wissen vor sich gehen. Während dieser scheinbaren Ruhepause war die Bewegung in einem ausgedehnten, zusammengesetzten und Widerstand leistenden Medium von Punkt zu Punkt übergegangen, die verschleierte Wirkung war ihrerseits Ursache geworden, bis in einem gegebenen Augenblicke sämtliche Bedingungen...
Page 4 - Sie vergessen aber auch noch eine andere höchst wichtige Sache, nämlich, dass die Consequenzen des Monismus und diejenigen des Dualismus genau dieselben sind, so fern man nicht überhaupt auf Alles, was uns die positive Wissenschaft lehrt, verzichten will. In der That, was die Wissenschaft in vollkommenster und bestimmtester Weise beweist, das ist nicht die Existenz oder die Nichtexistenz der „Seele...
Page 2 - Erscheinungen zu betrachten wäre; dann aber mufs man, um konsequent zu sein, diese seine Betrachtungsweise auch auf alle physiologischen, chemischen, physikalischen Erscheinungen ausdehnen und eine immaterielle Substanz auch als letzten Urquell der gesamten Ernährung, der chemischen Affinität, der Wärme etc. voraussetzen, weil uns eben die Wissenschaft nirgends eine Grenzlinie andeutet, jenseits welcher es zwei Essenzen gebe, diesseits nur eine. Andernteils kann man sich auf die Angaben der Physik...
Page 56 - ... Spiegels eine Temperaturerhöhung im Gehirn an. Daraus zieht nun Schiff den Schluss : „Aus dem soeben Mitgetheilten scheint hervorzugehen, dass die Temperatur der mittleren Zone stets die der ändern überragt. Es scheint also, dass die Gesichtseindrücke, obgleich sie auf das ganze Gehirn reagiren, einen ausgeprägteren Einfluss auf die mittlere Partie jeder der beiden Hemisphären besitzen und dass, wenn man die innere Partie mit der äusseren vergleicht, es die erstere ist, welche sich im...
Page 50 - Da jede Form der Bewegung an die Produktion derjenigen Bewegungsform, welche als Wärme in die Erscheinung tritt, gebunden ist, und da die psychische Thätigkeit eine...
Page 48 - Schluss auf, dass dieser Akt in einem ausgedehnten Widerstand leistenden und zusammengesetzten Substrat stattfindet, ebenso wie alle anderen Erscheinungen in der Natur.

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