Hans im Schnakenloch: Schauspiel in vier Aufzügen

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Verlag der Weissen Bücher, 1915 - German drama - 243 pages
 

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Page 180 - ... auch kein rechter Deutscher bist, so bleibst du doch mein Freund. Komm her, Hans, stoß an, auf unsre Freundschaft. Schade, daß unser Herz jetzt nicht zusammenschlägt. Hans: Ia. Ich beneide dich, wenn du wüßtest, wie. Bis zum Verlangen, ganz und gar zu euch zu gehören, einer von euch, von eurem Fleisch und Blut zu sein, in dieser grausigen Stunde. Starkfuß: Sieh mich an, bin ich ein reißendes Tier? Hans: Nein, aber du sehnst dich danach, eins zu werden. Starkfuß: Der deutsche Soldat ist...
Page 1 - ... Willst du erlernen die Kunst der Kraft, darfst du nie an dir verzagen, eines kannst du ganz nur sein, dieses eine mußt du wagen. Bist das Bild, das dich erschafft, unter vielen dieses eine, und das muß die anderen zerschlagen. Noch bist alles du: dies und jenes, der und du, alle diese und ihr Schein. Ganz kannst du eins nur sein, der oder du. Wähle und greif zu. Wo der steht, da willst du fallen oder stehen, wo der fällt, ist's nicht Haß, dann sei's ein Wille, der die harte Waffe hält....
Page 184 - Da steht nämlich drin — in Paris haben sie für und gegen den Krieg manifestiert, du weißt ja, wie sie's da machen, mit Umzügen in den Straßen. Dabei ist ein Zug, den Cavrel führte, Arbeiter, gegen den Krieg, auf einen Haufen Pöbel gestoßen — verzeih, so steht in der Zeitung — , sie kamen in eine Schlägerei, Cavrel fiel, es wurde auf ihm weiter gerauft, seine Freunde wurden geworfen, und als der ganze nachstürmende Haufen endlich über Cavrel hinweggerannt war, erkannte man ihn erst...
Page 232 - Und dies wäre? Schmitt: Die Güte aller gegen alle. Der Frieden. Hans: Nach mir? Schmitt: Hunderte von Kriegen sind über dieses Land gegangen. Es hat sich immer schnell erholt. Was blieb , das war der Geist jener Kämpfe. So wird es auch diesmal sein. Hans: Wenn man dich predigen läßt, hältst du noch immer schön still. Du hast nur das Thema gewechselt. Schmitt: Ich finde , Bosheit ist jetzt ein miserabler Zeitver
Page 184 - Ietzt kommt das Schwerste. Hans: Mach's schnell. Leb wohl. Starkfuß: Nicht nur der Abschied . . ihr habt noch keine Zeitung bekommen? Hans: Nein. Starkfuß: Da steht nämlich drin — in Paris haben sie für und gegen den Krieg manifestiert, du weißt ja, wie sie's da machen, mit Umzügen in den Straßen. Dabei ist ein Zug, den Cavrel führte, Arbeiter, gegen den Krieg, auf einen Haufen Pöbel gestoßen — verzeih, so steht in der Zeitung — , sie kamen in eine Schlägerei, Cavrel fiel, es wurde...
Page 46 - Federhut. Ist das ein Leben ? Hans: Deine Vergleiche sind falsch. Wir machen alle nicht Ernst. Der bereitet die Menschen auf den Himmel, der auf das Examen, und du bereitest sie auf den Krieg vor. Starkfuß: Und was machst du ? Hans: Ich sorge dafür, daß ihr zu essen kriegt und hoffe, daß ihr mir dafür nicht die Scheune anzündet und die Felder zertrampelt. Der Krieg und der Bauer, die vertragen sich nicht.
Page 68 - Cavrel: Ich habe mir oft gesagt: Wir begehen ein Verbrechen, daß wir die Elsässer nicht zur Ruhe kommen lassen. Nun werden sie schon weiß Gott wie lang hin» und hergezerrt und müssen sich jeden Tag von neuem fragen, wohin sie gehören — General: Die wahren Elsässer wissen, daß sie ihre Zukunft zu suchen haben, wo ihre Vergangenheit war: dort.
Page 241 - Was kann ich dafur, daß mein Herz hell durch die Welt bellt? Hell! Hell, wie die Stimme der französischen Geschütze. — Es gibt ein Bild, da stürmt eine Frau mit flatternder Trikolore auf eine Barrikade, und ruft alle, die für die Freiheit sterben wollen. Jetzt bilden Gebirge die Barrikade, und das Feuer ist ein Weltbrand. Die Frau schreit. Und doch hat ihre klaffende Schamlosigkeit mehr Anmut, als das schönste Lächeln euerer Tugendhaftigkeit hervorzaubern kann.
Page 176 - Dich und die meisten ändern sogenannten Familiensöhne nicht. Balthasar ist eine Ausnahme. Hans: Sei ruhig. Die meisten werden es jetzt, wenn auch nur aus Verzweiflung. In den nächsten Tagen siehst du manchen, der so Schulter an Schulter mit euch zu sterben scheint und in Wirklichkeit Selbstmord begeht. Starkfuß: Wir werden sie nicht lange fragen. Hans: Es sind nicht die schlechtesten. Starkfuß: Krieg ist Krieg. Hans: Damit wird jetzt alles niedergeschrien , was bisher der Menschheit am wertesten...
Page 86 - Hans (laut): Da kommen sie. Müller (hoch oben zwischen Cavrel und Simon): Ein Löwe, ein Wolf und das Schaf. Louise: Die ganze Politik ! (Vorhang.) Verwandlung. Bei der Gräfin Sulz. Gartenterrasse, von alten Laternen erleuchtet. Rechts offene Flügeltür in einen elektrisch erleuchteten Saal.

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