Hartmann von Aue 'Gregorius' - Ist Gregorius ein guter Sünder?

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GRIN Verlag, Sep 11, 2006 - Literary Criticism - 13 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik, Note: 2,0, Friedrich-Schiller-Universität Jena (Germanistische Literaturwissenschaft), Veranstaltung: Hartmann von Aue: Gregorius, 9 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Zwei Herzogskinder verlieren ihre Eltern und wachsen in Eintracht und geschwisterlicher Liebe miteinander auf. Die Liebe geht so weit, dass sie miteinander Inzest begehen. Dieser wird zur Gewohnheit der beiden, bis die Schwester schwanger wird. Verzweifelt suchen sie Rat bei einem weisen Mann. Er schickt den Bruder auf Bußgang ans heilige Grab, bei dem er vor Sehnsucht nach der Schwester stirbt. Die Schwester setzt ihr Kind in einer Holzkiste auf einem kleinen Schiff aus und gibt ihm eine Tafel, die Aufschluss über seine Abstammung gibt, mit. Die Schwester wird Landesherrin. Sie lebt ein Leben voller Buße und Entsagung an die Ehe. Das Kind gelangt schließlich zu einer Klosterinsel, wird von Fischern entdeckt, von einem von ihnen aufgenommen und steht unter persönlichem Schutz des Abtes. Es bekommt den Namen Gregorius. Auf dieser Insel wächst er auf. Er bekommt im Kloster eine hohe Bildung vermittelt. Dabei stellt sich heraus, dass er intelligent ist. Nach etwa vierzehn Jahren entdeckt Gregorius, dass er nicht der leibliche Sohn des Fischers ist. Er zieht in die weite Welt hinaus um Ritter zu werden. Dem Weg Gottes folgend, kommt er im Land seiner Mutter an. Dort schlägt er den größten Feind dieses Landes im Zweikampf und ehelicht daraufhin unwissent-lich seine leibliche Mutter. Die Inzestehe wird aufgedeckt. Daraufhin schwört Gregorius ein Leben voller Armut und Buße, lässt sich an einem Felsen anketten und überlebt dort 17 Jahre ohne Nahrung in freier Natur. Nach eben diesen 17 Jahren bestimmt Gott den neuen Papst – es ist Gregorius. Der Auserwählte nimmt die Wahl an und wird ein vorbildlicher Papst. Dies ist der Inhalt von „Gregorius“, das zwischen 1180 und 1190 von Hartmann von Aue ge-schrieben wordenn ist. Über die Lebensdaten Hartmanns ist man sich heute nicht einig. Er soll zwischen 1160/70 geboren worden und etwa im Jahre1210 gestorben sein. In manchen Ausgaben hat die Dichtung den Untertitel „Der gute Sünder“. Ist Gregorius solch ein guter Sünder? Trifft diese paradoxe Eigenschaft auf ihn zu? Dieser Fragestellung möchte ich mich in der nachfolgenden Arbeit widmen.
 

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