Hartmanns "Der arme Heinrich" und die Gattungsproblematik

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GRIN Verlag, May 16, 2005 - Literary Criticism - 23 pages
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Liest man wissenschaftliche Texte zum Armen Heinrich des Dichters Hartmann von Aue, so ist Folgendes auffällig: Das Werk erhält unterschiedliche Gattungsbezeichnungen. Da ist z. B. bei Kurt Ruh von der Legende die Rede oder bei Hugo Kuhn von der geistlichen Novelle. Während diese beiden Autoren sofort eine Gattungsbezeichnung wählen, ohne auf die Gattungsproblematik explizit einzugehen, machen andere eben diese Schwierigkeit zum Thema ihrer Ausführungen. So wird z. B. behauptet, dass Hartmanns Text auf keinen Fall der Gattung ‚Legende’ zuzuordnen sei, andere wie Leslie Seiffert und David Blamires versuchen, im Text Zugehörigkeiten zu den Gattungen ‚Legende’ und ‚Märchen’ zu entdecken. Diese Diversität an Bezeichnungen führt zur Frage, wie sich das Werk zu den im Laufe der Literaturwissenschaft definierten literarischen Gattungen verhält. Ich werde analysieren, in welchem Maße der Text den Gattungen ‚Exempel’ und ‚Legende’ zugehörig ist. Dazu muss zuvor bestimmt werden, was mit dem Terminus „Gattung“ gemeint ist. Eine derartige Fragestellung hat den Nutzen, dass die Position des Textes in Bezug zur Literatur, die Hartmann bekannt war, geklärt werden kann. Es wird sich also zeigen, ob der Dichter vorhandene Gattungen imitierte oder aber etwas völlig Neues schuf, um zwei Extreme zu benennen.

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