Hartmanns von Aue "Iwein" - eine Untersuchung des Prologs unter poetologischen und rhetorischen Gesichtspunkten

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GRIN Verlag, 2007 - 60 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Germanistik - Altere Deutsche Literatur, Mediavistik, Note: 1, Ernst-Moritz-Arndt-Universitat Greifswald (Institut fur Deutsche Philologie), Veranstaltung: Mittelalterliche Dichtungstheorien, 25 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Diese Arbeit befasst sich mit dem Prolog des Hartmann'schen Iwein" und untersucht ihn hinsichtlich poetologischer und rhetorischer Aspekte, die auf dem antiken Verstandnis von Poetik sowie Rhetorik beruhen. Als Poetik bezeichnet man die Lehre von der Dichtkunst. Sie setzt sich als Dichtungstheorie mit dem Wesen der Dichtung, also mit ihrer Wirkung, ihrem Wert, ihren Aufgaben und Funktionen, ihren spezifischen Ausdrucksmitteln und ihren poetischen Gattungen auseinander. Die Verfasser von theoretischen Abhandlungen versuchen, das Wesen der Dichtung zu fassen, indem sie abgrenzen, was Dichtung (Poesie) eigentlich" sei und es so von dem abheben, was ihrer Auffassung nach nicht als Dichtung zahlt. In der normativen Regelpoetik werden sogar praktisch anwendbare und erlernbare Anweisungen aufgestellt, die bei der richtigen" Erstellung poetischer Werke helfen sollte - eine Theorie, die in grossem Masse von der Rhetorik beeinflusst wurde. Die Kunst der freien Rede wird als Rhetorik bezeichnet und wurde von Aristoteles in die drei Richtungen Pathos, Ethos und Logos unterteilt. In der Antike hatte die Rhetorik die Aufgabe, Gemeinsamkeiten zwischen dem Redner und seinen Zuhorern herzustellen und ihm so die Moglichkeit zu geben, seine Zuhorer von seinen Worten zu uberzeugen. Aus diesem Grund wird die Rhetorik auch Kunst der Uberzeugung" genannt. Hierbei spielte auch die Ansicht, dass man sich nicht allein auf die Vernunft verlassen konnte, da der Mann ein triebhaftes Wesen habe, eine grosse Rolle. In der Aufklarung jedoch wurde diese Vorstellung abgelehnt und die Rhetorik weitgehend aus dem alltaglichen Leben, den Wissenschaften und dem Denken verbannt. Auch in der Neuzeit
 

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Page 15 - ... zehant der buoche lere anvienge und den ouch mite gienge vor aller slahte lere. Hartmann von Aue stellt sich im 'Armen Heinrich' und im 'Iwein' als gebildeten Dichter vor: Vers 1-4 Ein ritter so geleret was daz er an den buchen las swas er dar an geschriben vant der was hartman genant Vers 21 - 22 Ein riter, der geleret was unde ez an den buochen las (Vgl. MG Scholz, Hören und Lesen, S. 212 f.) Auch bei Konrad von Würzburg sind Schriftkultur und höhere Bildung offensichtlich. Wie Hartmann...
Page 11 - Chretien, eindringlicher die Frage nach dem Guten und nach der verbindlichen Wirklichkeit seiner Erzählung, der christliche Hintergrund Hartmanns scheint deutlich durch und überträgt sich auf seine Figuren. Schon gleich im ersten Vers taucht der Begriff der „güete" 25 auf, wodurch das Gute der Erzählung vorangestellt wird.

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