Hebbels Dramenkonzeption in "Maria Magdalene"

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GRIN Verlag, Dec 14, 2010 - Literary Criticism - 55 pages
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Bachelorarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Universität Stuttgart, Sprache: Deutsch, Abstract: Christian Friedrich Hebbel gilt als einer der bedeutendsten Dramatiker des 19. Jahrhunderts. Viele seiner Werke, darunter auch Maria Magdalene, haben bis heute nichts an ihrer Wirkung verloren. Wie populär sie sind, zeigt die Tatsache, dass sie fester Bestandteil des Kanons der Schulbuchlektüre sind. Dies war aber nicht immer so. Zu Lebzeiten musste der Dramatiker um die Aufführung seiner Stücke kämpfen, so auch um die der Maria Magdalene: Am 11. Dezember 1843 schrieb Hebbel einen Brief aus Paris an die Schauspielerin Auguste Stich-Crelinger. Er bittet sie darin, die Rolle der Heldin des Dramas, Klara, zu übernehmen. Klara gerät aufgrund einer unehelichen Schwangerschaft in eine ausweglose Situation. Hebbel sieht Klaras Vergehen, wie er Stich-Crelinger in dem Brief ausführt, „aus einem Minimum von Schuld“ hervorgehen. Er hofft, dass sich die Heldin in Stich-Crelingers „Herz schleichen“ wird. Hebbel erfährt aber eine bittere Enttäuschung, als die bekannte Schauspielerin sein Angebot ablehnt. Die uneheliche Schwangerschaft stellte eine zu große Unsittlichkeit für Stich-Crelinger dar. Auch die Vorwürfe, die an Hebbel herangetragen wurden, seine Stücke seien zu philosophisch reflektiert, enthielten zu viel Psychologie und zu wenig Theaterunterhaltung, stellten ein Problem für die Bühnenrealisierung dar. Seine Dramentechnik galt als zu unerbittlich, radikal und konsequent. Vor allem die Dramenschlüsse nahmen zu wenig Rücksicht auf den Wunsch des Publikums, das Bühnenpersonal am Ende versöhnt zu sehen. Seine Werke entbehren die Hoffnung auf eine bessere Welt. In der Forschung kam hierfür der Begriff des Pantragismus auf. Innerhalb der Hebbel-Forschung haben sich neben dem Begriff des Pantragismus eine Vielzahl gängiger Formeln für Hebbels Weltanschauung herausgebildet. Weitere Schlagwörter sind Nihilismus oder Phrasen wie etwa „der Gott, der im Abgrund wohnt.“ Dabei ist bekannt, dass „Hebbels Kunsttheorie [...] eine Vielzahl von Brüchen und Widersprüchen auf[weist].“ Es soll versucht werden, Hebbels Dramenkonzeption, im Allgemeinen und Besonderen, und deren Probleme, die bereits oben angeklungen sind, aufzuspüren.
 

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