Hegel als deutscher nationalphilosoph, Volume 3

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Duncker & Humblot, 1870 - 347 pages
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Page 45 - Edel sei der Mensch, hilfreich und gut! Denn das allein unterscheidet ihn von allen Wesen, die wir kennen. Heil den unbekannten höhern Wesen, die wir ahnen! Ihnen gleiche der Mensch! Sein Beispiel lehr' uns jene glauben. Denn unfühlend ist die Natur: Es leuchtet die Sonne über Bös' und Gute, und dem Verbrecher glänzen wie dem Besten der Mond und die Sterne.
Page 87 - Es ist eine natürliche Vorstellung, daß, eh in der Philosophie an die Sache selbst, nämlich an das wirkliche Erkennen dessen, was in Wahrheit ist, gegangen wird, es notwendig sei, vorher über das Erkennen sich zu verständigen, das als das Werkzeug, wodurch man des Absoluten sich bemächtige, oder als das Mittel, durch welches hindurch man es erblicke, betrachtet wird.
Page 317 - Man hätte glauben sollen, daß es nach so vielen und so vielseitigen Niederlagen, die es erlitten haben sollte, wenn man die Sprache seiner Gegner hörte, in ein Nichts hätte zerstäuben müssen . . . dennoch blieb es der unausgesetzte Gegenstand der öffentlichen Aufmerksamkeit; dennoch fuhren seine Gegner fort, sich von seiner Polemik zu ernähren; dennoch gingen die romanischen Nationen in dem Streben nach seiner Abneigung immer weiter, dh also, das System Hegels ist noch immer der Mittelpunkt...
Page 183 - Das ist der Weisheit letzter Schluß: Nur der verdient sich Freiheit und das Leben, Der täglich sie erobern muß!
Page 113 - Kreises selbst also ist es, der sich hier imraanenterweise zu seinem Prädicat bestimmt. Nicht ich bin es, der diesen Begriff hervorbringt, sondern der Begriff ist es , der sich in mir hervorbringt. Das Prädicat des Subjectes Kreis, wodurch er eben Kreis ist, hängt nicht von mir ab. Ich erkenne es, ich spreche es aus, ich mache es mir zum Gegenstand , allein ich bringe es nicht hervor , sondern der Kreis, weil er Kreis ist, bringt sich in ihm hervor«.
Page xxi - ... vorfinden, auch überhaupt notwendig sei? Sie fragt, ob die Gesetzmäßigkeit der Natur, die wir anerkennen müssen, auch das Glück, das Wohlsein der Naturwesen involvire? Sie fragt, ob es nicht entsetzlich sei, eine solche Natur zur Unterlage der menschlichen Geschichte zu machen, und uns alle, wie Goethe es ausdrückte, auf Vulcanen schlafen zu lassen. Sie fragt, angesichts der Ruinen der Völkergeschichte, was denn an diesem ewigen Kriegszustande der Nationen Vernünftiges sei? Was hilft...
Page xxi - Vulcanen schlafen zu lassen. Sie fragt, angesichts der Ruinen der Völkergeschichte, was denn an diesem ewigen Kriegszustande der Nationen Vernünftiges sei? Was hilft uns die schönste Dialektik des Hegel'schen Begriffs, wenn ihre vom Philosophen gefeierte Negativität das Construiren von Vulcanen, Orkanen, Raubthieren, Trichinen, Aussatz, Cholera usw möglich macht? Was hilft uns die zunächst imposante Architektur des Hegel'schen Systems, wenn wir darin alle Qual unseres Daseins, Krankheit, Tod,...
Page 122 - Subjectivitüt , sondern nicht minder für alle reelle Objectivität das Gesetz. Hierin liegt es, dass sie als die neutrale Indifferenz von Natur und Geist in der Autonomie und Autarkie der logischen Ideen erscheinen können , wobei man aber nicht vergessen muss, dass das Princip der Vernunft, der Grund ihrer Existenz zuletzt der absolute Geist ist«.
Page 136 - ... machen, darum machen sie sich von selbst ; als ob die einzige Alternative wäre: entweder machen wir die Begriffe oder die Begriffe machen sich selbst in uns und zwar »machen« beide Male im Sinne des Hervorbringens. Wie krass Rosenkranz das handhabt, davon kann man sich S. 136 überzeugen : »Hegel hatte den Begriff sich selbst auslegen und sich eben dadurch zu einem neuen Begriff fortbilden lassen. Ein Begriff als solcher ist mit sich identisch , aber er bringt durch seine Differenzirung neue...
Page 112 - ... nur von ihm , nicht von uns ausgehen könne. Wenn wir z. B. den Begriff der Identität denken, so sind nicht wir, sondern er selbst der Grund , dass der nächste Begriff der der Differenz ist. Nicht wir bestimmen die Identität zur Differenz, sondern die Identität bestimmt sich selbst zur Differenz; denn die Differenz hat einen Sinn nur als Differenz der Identität. Der Begriff der Identität bewegt sich also durch sich selbst zu dem ihm entgegengesetzten Begriff, zu dem der Differenz, fort...

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