Heidi

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GRIN Verlag, 2008 - 184 pages
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Klassiker aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Veranstaltung: -, Sprache: Deutsch, Abstract: Zum Alm-Ohi hinauf. Vom freundlichen Dorfe Mayenfeld fuhrt ein Fussweg durch grune, baumreiche Fluren bis zum Fusse der Hohen, die von dieser Seite gross und ernst auf das Thal herniederschauen. Wo der Fussweg zu steigen anfangt, beginnt bald Heideland mit dem kurzen Gras und den kraftigen Bergkrautern dem Kommenden entgegenzuduften, denn der Fussweg geht steil und direkt zu den Alpen hinauf. Auf diesem schmalen Bergpfade stieg am hellen, sonnigen Junimorgen ein grosses, kraftig aussehendes Madchen dieses Berglandes hinan, ein Kind an der Hand fuhrend, dessen Wangen so gluhend waren, dass sie selbst die sonnverbrannte, vollig braune Haut des Kindes flammendrot durchleuchteten. Es war auch kein Wunder: Das Kind war trotz der heissen Junisonne so verpackt, als hatte es sich eines bitteren Frostes zu erwehren. Das kleine Madchen mochte kaum funf Jahre zahlen; was aber seine naturliche Gestalt war, konnte man nicht ersehen, denn es hatte sichtlich zwei, wenn nicht drei Kleider ubereinander angezogen und druberhin ein grosses, rotes Baumwollentuch um und um gebunden, so dass die kleine Person eine vollig formlose Figur darstellte, die, in zwei schwere, mit Nageln beschlagene Bergschuhe gesteckt, sich heiss und muhsam den Berg hinaufarbeitete. Eine Stunde vom Tal aufwarts mochten die Beiden gestiegen sein, als sie zu dem Weiler kamen, der auf halber Hohe der Alm liegt und im Dorfli heisst. Hier wurden die Wandernden fast von jedem Hause aus angerufen, einmal vom Fenster, einmal von einer Hausture und einmal vom Wege her, denn das Madchen war in seinem Heimatort angelangt. Es machte aber nirgends Halt, sondern erwiderte alle zugerufenen Grusse und Fragen im Vorbeigehen, ohne still zu stehen, bis es am Ende des Weilers bei dem letzten der zerstreuten Hauschen angelangt war. Hier rief es aus einer Tur: Wart' einen Augenblick, Dete, ich komme
 

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About the author (2008)

Johanna Spyri was born in the village of Hirzel, Switzerland on June 12, 1827. She was tutored at home and attended school both at home and in Zurich. She married Bernhard Spyri, a lawyer, in 1852 and moved to Zurich. She wrote her first story, A Leaf on Vrony's Grave, in 1871. She wrote numerous stories for both children and adults, but her most famous work was Heidi, which was published in 1880. Both her husband and son died in 1884. She spent her remaining years writing, raising her niece, and doing charity work. She died on July 7, 1901.

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