Heidi

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GRIN Verlag, 2008 - 132 pages
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Klassiker aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Veranstaltung: -, Sprache: Deutsch, Abstract: Auszug aus dem Text: Der freundliche Herr Doktor, der den Entscheid gegeben hatte, dass das Kind Heidi wieder in seine Heimat zuruckgebracht werden sollte, ging eben durch die breite Strasse dem Hause Sesemann zu. Es war ein sonniger Septembermorgen, so licht und lieblich, dass man hatte denken konnen, alle Menschen mussten sich daruber freuen. Aber der Herr Doktor schaute auf die weissen Steine zu seinen Fussen, so dass er den blauen Himmel uber sich nicht einmal bemerken konnte. Es lag eine Traurigkeit auf seinem Gesichte, die man vorher nie da gesehen hatte, und seine Haare waren viel grauer geworden seit dem Fruhjahr. Der Doktor hatte eine einzige Tochter gehabt, mit der er seit dem Tode seiner Frau sehr nahe zusammen gelebt hatte und die seine ganze Freude gewesen war. Vor einigen Monaten war ihm das bluhende Madchen durch den Tod entrissen worden. Seither sah man den Herrn Doktor nie mehr so recht frohlich, wie er vorher fast immer gewesen war. Auf den Zug an der Hausglocke offnete Sebastian mit grosser Zuvorkommenheit die Eingangstur und machte gleich alle Bewegungen eines ergebenen Dieners; denn der Herr Doktor war nicht nur der erste Freund des Hausherrn und dessen Tochterchen, durch seine Freundlichkeit hatte er sich, wie uberall, die samtlichen Hausbewohner zu guten Freunden gemacht. Alles beim alten, Sebastian? fragte der Herr Doktor wie gewohnt mit freundlicher Stimme und ging die Treppe hinauf, gefolgt von Sebastian, der nicht aufhorte, allerlei Zeichen der Ergebenheit zu machen, obschon der Herr Doktor sie eigentlich nicht sehen konnte, denn er kehrte dem Nachfolgenden den Rucken. Gut, dass du kommst, Doktor, rief Herr Sesemann dem Eintretenden entgegen. Wir mussen durchaus noch einmal die Schweizerreise besprechen, ich muss von dir horen, ob du unter allen Umstanden bei deinem Ausspruche bleibst, auch nachdem nun be
 

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About the author (2008)

Johanna Spyri was born in the village of Hirzel, Switzerland on June 12, 1827. She was tutored at home and attended school both at home and in Zurich. She married Bernhard Spyri, a lawyer, in 1852 and moved to Zurich. She wrote her first story, A Leaf on Vrony's Grave, in 1871. She wrote numerous stories for both children and adults, but her most famous work was Heidi, which was published in 1880. Both her husband and son died in 1884. She spent her remaining years writing, raising her niece, and doing charity work. She died on July 7, 1901.

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