Heinrich Deichsler und die Nürnberger Chronistik des 15. Jahrhunderts

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L. Reichert, 1991 - History - 368 pages
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Ein Kennzeichen der spatmittelalterlichen Stadtchronistik ist das Auftreten von Autoren und Lesern aus neuen, bis dahin illiteraten sozialen Schichten. Zur Erforschung dieser Geschichtsschreibung liefert die Arbeit von Joachim Schneider am Beispiel Nurnberg mit seinen kodikologischen und rezeptionsgeschichtlichen, aber auch seinen modernen sozial- und mentalitatsgeschichtlichen Fragestellungen einen wichtigen Beitrag. Im Zentrum der Untersuchung steht die Chronik des Bierbrauers und Aufsehers uber das Bettelwesen, Heinrich Deichsler. Nach eingehender Analyse von Materialgewinnung und Arbeitstechniken Deichslers ist das Bild, das die Nurnberger um 1500 von ihrer Vergangenheit hatten, ein weiterer Schwerpunkt dieses Werkes. Schneider vergleicht dazu die Deichslersche Chronik mit anderen Nurnberger Geschichtsschreibungen. Insbesondere geht es dabei um die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen burgerlicher und offizioser Geschichtsbetrachtung. Zwei fur die Stadt zentrale Geschichtsuberlieferungen stehen im Vordergrund: Die Erwerbung und Behauptung der Reichskleinodien sowie der Aufstand von 1348/49. Ein weiteres Kapitel der Arbeit liefert anhand der Zeitungen, Urkunden u.A., die Deichsler in seine Chronik als Inserte einfugte, einen Beitrag zu den noch wenig erforschten Anfangen des Zeitungswesens. Deichslers selbstandige Chronistik fuhrt schliesslich mitten in das Nurnberger Alltagsleben um 1500. Auch hier zeigen sich bei Themen und Darstellungsweise bezeichnende Unterschiede zu anderen Nurnberger Chroniken, die aus sozial hoherem Milieu stammen. Schneiders Untersuchung beschreibt nicht nur chronistische Techniken, Geschichtsbild und Mentalitat eines bemerkenswert fleissigen Mittelschicht-Chronisten, es entsteht vielmehr ein Panorama der reichen spatmittelalterlichen Nurnberger Geschichtsschreibung und damit der Geschichte dieser Stadt selbst in ihren grossen und kleinen Ereignissen - einer Stadt, die gerade damals ihre wohl grosste Zeit erlebte.

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Zur Meister l inRezeption
17
ffl HEINRICH DEICHSLERS CHRONIK
42
2 Rezeption als Kompilation Deichslers Techniken bei
83
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About the author (1991)

Als Vater von 6 Kindern und mittlerweile 5 Enkelkindern hatte ich schon immer Geschichten selbst erdacht und den Kindern erzahlt. Oft wollten die Kinder eine Geschichte die es noch nicht gab und nicht aus Marchenbuchern vorgelesen bekommen. Also erfand ich neue Geschichten und brachte die Kinder in den Bann der Geschichten. Noch heute denken die Kinder an die damaligen Geschichten und haben alle nie ganz vergessen.

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