Heinrich Heine: "Briefe aus Berlin" - Interpretation des ersten Briefes

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GRIN Verlag, 2007 - 88 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Universitat Bremen, Veranstaltung: Heinrich Heine, Reisebilder, 4 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Die vorliegende Arbeit stellt eine germanistische Gesamtinterpretation des ersten Briefes von Heinrich Heines Werk Briefe aus Berlin" aus dem Jahr 1822 dar. Die Briefe aus Berlin" sind Teil der Nachlese zur Prosareihe Reisebilder," die zwischen 1826 und 1831 veroffentlicht wurde und an Heines literarischem Erfolg massgeblich beteiligt war. Der zu interpretierende Brief ist der erste Teil einer Sammlung von insgesamt drei Briefen, die im Jahr 1822 geschrieben wurden. Er ist datiert auf den 26. Januar des genannten Jahres. Der erste Brief" kann zunachst grob unterteilt werden in vier prosaische Textabschnitte, die voneinander durch insgesamt drei lyrische Werke Heines getrennt werden. Betrachtet man den ersten Brief," so wird deutlich, dass der Erzahler eine Wanderung durch Berlin beschreibt, nicht nur die Umgebung und die Sehenswurdigkeiten der Stadt, die sich ein Betrachter in der Regel ansieht, sondern auch die Menschen unterschiedlichster Stande und deren soziales und kulturelles Leben. Der Leser hat den Eindruck, nicht nur einen Brief vor sich zu haben, sondern einen Rundgang durch Berlin zu erleben. Gerade die Briefform unterscheidet sich in der Erzahlzeit und der erzahlten Zeit von anderen Formen der Kommunikation."
 

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Page 9 - Nur verlangen Sie von mir keine Systematik; das ist der Würgengel aller Korrespondenz. Ich spreche heute von den Redouten und den Kirchen, morgen von Savigny und den Possenreißern, die in seltsamen Aufzügen durch die Stadt ziehen, übermorgen von der Giustinianischen Galerie, und dann wieder von Savigny und den Possenreißern. Association der Ideen soll immer vorwalten.
Page 8 - Schreiben. An Notizen fehlt es nicht, und es ist nur die Aufgabe: Was soll ich nicht schreiben? dh, was weiß das Publikum schon längst, was ist demselben ganz gleichgültig und was darf es nicht wissen?
Page 7 - Heide, alles steht noch lebendig vor mir. Ich höre noch immer, wie die alten Eichenwälder mich umrauschen, wie jedes Blatt mir zuflüstert: Hier wohnten die alten Sachsen, die am spätesten Glauben und Germanenthum einbüßten. Ich 15 höre noch immer, wie ein uralter Stein mir zuruft: Wandrer, steh, hier hat Armin den Varus geschlagen!
Page 23 - Kohlen sitzen, wenn die ledernen, und zwar nicht saffian- oder maroquin-ledernen, sondern schweinsledernen Witze eines langweiligen Dozenten ihm in die Ohren dröhnen, und seine Augen unterdessen auf der Straße schweifen, und sich ergötzen an das...
Page 35 - ... Halt! Hier ist das Cafe royal. Das freundliche Menschengesicht, das an der Türe steht, ist Beyermann. Das nenne ich einen Wirt! Kein kriechender Katzenbuckel, aber doch zuvorkommende Aufmerksamkeit; feines, gebildetes Betragen, aber doch unermüdlicher Diensteifer, kurz eine Prachtausgabe von Wirt. Laßt uns hineingehn. Ein schönes Lokal; vorn das splendideste Kaffeehaus Berlins, hinten die schöne Restauration. Ein Versammlungsort eleganter, gebildeter Welt. Sie können hier oft die interessantesten...
Page 16 - Wachtparade gemustert wird. Ich bin zwar kein sonderlicher Freund vom Militärwesen, doch muß ich gestehen, es ist mir immer ein freudiger Anblick, wenn ich im Lustgarten die preußischen Offiziere zusammenstehen sehe. Schöne, kräftige, rüstige, lebenslustige Menschen. Zwar hier und da sieht man ein aufgeblasenes, dummstolzes Aristokratengesicht aus der Menge hervorglotzen.
Page 35 - Kater Murr« geschrieben, und die hohe feierliche Gestalt, die gegen ihn über sitzt, ist der Baron von Lüttwitz, der in der Vossischen Zeitung die klassische Rezension des Katers geliefert hat.
Page 35 - Schlemiehl von Chamisso vor. Er hat eben ein Paradoxon auf der Zunge. Bemerken Sie den großen Mann mit der vornehmen Miene und der hohen Stirne? Das ist der Wolf, der den Homer zerrissen hat, und der deutsche Hexameter machen kann. Aber dort am Tisch das kleine bewegliche 5 Männchen mit den ewig vibrirenden Gesichtsmuskeln, mit den possierlichen und doch unheimlichen Gesten? Das ist der Kammergerichtsrath Hoffmann, der den Kater Murr...
Page 20 - Rechts das hohe, prächtige Zeughaus, das neue Wachthaus, die Universität und Akademie. Links das königliche Palais, das Opernhaus, die Bibliothek usw. Hier drängt sich Prachtgebäude an Prachtgebäude.

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