Heinrich Heine als politischer Dichter und das ideologische Verhältnis zu Karl Marx 1843/44

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GRIN Verlag, 2007 - 80 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 1997 im Fachbereich Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft, Note: 2,0, Humboldt-Universitat zu Berlin (Fachbereich Literaturwissenschaft), Veranstaltung: Hauptseminar, 52 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Forschung zu den sagenumwobenen Beziehungen zwischen dem Dichter Heinrich Heine und dem revolutionaren Philosophen Karl Marx in der Mitte der 1840er-Jahre war bis 1989 in der geteilten deutschen Literaturwissenschaft ein Politikum. Vereinnahmte die DDR Heine als Genosse von Karl Marx auf dem Weg zur proletarischen Weltrevolution, wurde der politische Dichter Heine in der westdeutschen Gesellschaft lange Zeit marginalisiert. Nach dem Ende des Kalten Krieges ist es nun moglich, die Frage nach einer politischen Verbindungslinie zwischen Heine und Marx neu zu stellen. Die vorliegende Arbeit hinterfragt das personliche und ideologische Verhaltnis zwischen dem politischen Dichter Heinrich Heine und dem Philosophen Karl Marx und untersucht insbesondere auf Basis ihrer Werke die gegenseitige ideologische Beeinflussung. Paradigmatisch werden dabei auf empirischer Grundlage und Auswertung der vorhandenen Forschungsliteratur "Deutschland: Ein Wintermarchen" von Heinrich Heine und "Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung" von Karl Marx vergleichend gegenubergestellt werden. Beide wurden fast gleichzeitig - 1843/4- verfasst."
 

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Contents

Einleitung
2
Die Bekanntschaft zwischen Marx und Heine 18434
8
Marxens Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie Einleitung und Heines
11
Schlußbetrachtung
30
Copyright

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Page 13 - Es ist zunächst die Aufgabe der Philosophie, die im Dienste der Geschichte steht, nachdem die Heiligengestalt der menschlichen Selbstentfremdung entlarvt ist, die Selbstentfremdung in ihren unheiligen Gestalten zu entlarven. Die Kritik des Himmels verwandelt sich damit in die Kritik der Erde, die Kritik der Religion in die Kritik des Rechts, die Kritik der Theologie in die Kritik der Politik.
Page 15 - Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, daß der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.
Page 16 - Die Emanzipation des Deutschen ist die Emanzipation des Menschen. Der Kopf dieser Emanzipation ist die Philosophie, ihr Herz das Proletariat. Die Philosophie kann sich nicht verwirklichen ohne die Aufhebung des Proletariats, das Proletariat kann sich nicht aufheben ohne die Verwirklichung der Philosophie.
Page 22 - Strohwisch, Und von Rhetorik bin ich kein Freund, Bin auch nicht sehr philosophisch. Ich bin von praktischer Natur, Und immer schweigsam und ruhig. Doch wisse: was du ersonnen im Geist, Das führ ich aus, das tu ich.
Page 10 - Es gab eine Zeit, wo Heine tagaus tagein bei Marxens vorsprach, um ihnen seine Verse vorzulesen und das Urteil der beiden jungen Leute einzuholen. Ein Gedichtchen von acht Zeilen konnten Heine und Marx zusammen unzählige Male durchgehen, beständig das eine oder andere Wort diskutierend und so lange arbeitend und feilend, bis alles glatt und jede Spur von Arbeit und Feile aus dem Gedicht beseitigt war.
Page 7 - Wir kämpfen nicht für die Menschenrechte des Volkes, sondern für die Gottesrechte des Menschen.
Page 13 - Die Religion ist die allgemeine Theorie dieser Welt, ihr enzyklopädisches Kompendium, ihre Logik in populärer Form, ihr spiritualistischer Point-d'honneur, ihr Enthusiasmus, ihre moralische Sanktion, ihre feierliche Ergänzung, ihr allgemeiner Trost- und Rechtfertigungsgrund.
Page 20 - Ein neues Lied, ein besseres Lied, O Freunde, will ich euch dichten! Wir wollen hier auf Erden schon Das Himmelreich errichten. Wir wollen auf Erden glücklich sein, Und wollen nicht mehr darben; Verschlemmen soll nicht der faule Bauch, Was fleißige Hände erwarben.
Page 31 - Recht. Das Leben will dieses Recht geltend machen gegen den erstarrenden Tod, gegen die Vergangenheit, und dieses Geltendmachen ist die Revolution. Der elegische Indifferentismus der Historiker und Poeten soll unsere Energie nicht lähmen bei diesem Geschäfte; und die Schwärmerei der Zukunftsbeglücker soll uns nicht verleiten, die Interessen der Gegenwart und das zunächst zu verfechtende Menschenrecht, das Recht zu leben, aufs Spiel zu setzen.

About the author (2007)

Christoph Marx is a writer and editor whose main focus is on political and historical topics. He lives and works in Berlin.



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