Henri Hinrichsen und der Musikverlag C.F. Peters: deutsch-jüdisches Bürgertum in Leipzig von 1891 bis 1938

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Mohr Siebeck, 2001 - History - 367 pages
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English summary: Henri Hinrichsen (1868-1942) was the owner of the C.F. Peters Publishing Company, one of the most famous German publishers of music, at the beginning of the 20th century. Within the urban community of Leipzig, Hinrichsen distinguished himself by his diverse activities as a patron of the arts and his deep involvement in non-Jewish and Jewish organizations. Using this outstanding publisher of music and eminent representative of the upper middle class in Leipzig as an example, Erika Bucholtz increases the reader's awareness of the way in which the German-Jewish middle class took part in middle-class culture before 1933. German description: Im Zentrum dieser Studie steht mit Henri Hinrichsen (1868-1942) ein judischer Musikverleger, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts Inhaber eines der bedeutendsten deutschen Musikverlage war, des Verlags C. F. Peters, der im Dezember 2000 sein 200jahriges Jubilaum feiern konnte. Am Beispiel eines herausragenden Verlegers und Reprasentanten des gehobenen Leipziger Burgertums ruckt Erika Bucholtz die aktive Rolle des judischen Burgertums bei der Mitgestaltung der deutschen und internationalen Musikkultur ins Blickfeld. Daruber hinaus illustriert sie die weitreichende Teilhabe des judischen Burgertums an der Ausbildung einer modernen stadtisch-burgerlichen Kultur. Die Autorin analysiert anhand umfassenden Quellenmaterials aus nationalen und internationalen Archiven und Bibliotheken die Verlagspolitik des Unternehmers, das Verlagsprogramm der Edition Peters sowie die Beziehungen zu einzelnen Komponisten, wie beispielsweise Edvard Grieg und Max Reger. Henri Hinrichsen wird in dieser Untersuchung nicht nur als Verleger, sondern auch als Burger vorgestellt, der vielfaltige Ehrenamter wahrnahm und zahlreiche nichtjudische wie judische Vereine forderte. Sein ausgepragtes mazenatisches Engagement galt vor allem dem Bereich der Musikwissenschaft, aber auch der Madchen- und Frauenbildung: Zu den bedeutenden Stiftungen des Verlags zahlen die in Leipzig 1894 gegrundete Musikbibliothek Peters und die 1911 eroffnete Hochschule fur Frauen. Die Schilderung des lebensweltlichen Bereichs macht deutlich, dass fur Henri Hinrichsen die konfessionelle und sozio-kulturelle Zugehorigkeit zum Judentum selbstverstandlich war. Er war Jude, Burger und Deutscher.
 

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Contents

Einleitung l
8
Familie und bürgerliche Welt
17
Max Abraham
25
Bürgerlicher Lebensstil
34
Der Verlag C F Peters in der Ära Hinrichsen 189119001933
40
Das Unternehmen
47
Das Verlagsprofil
71
Die Beziehungen zu den Komponisten
96
Wirtschaftliche Interessenverbände
185
Vereine des Musiklebens
199
Der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
216
Die Hochschule für Frauen 1911
239
Die Heyersche Musikinstrumentensammlung 19261929
255
Öffentliche Ehrungen
269
Die Zeit ab 1933
284
Vertreibung und Verfolgung der Familie Hinrichsen
301

Max Reger 18731916
112
Gustav Mahler 18601911
135
Arnold Schönberg 18741951
144
Weitere Autoren
154
Zwischen Geschäft und Freundschaft
171
Schlußbetrachtung
314
Abkürzungsverzeichnis
329
Personenregister
355
Copyright

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About the author (2001)

Erika Bucholtz, Geboren 1961; Studium der Musikwissenschaft und Neueren Geschichte an der TU Berlin; 1996-97 Doktorandenstelle am Simon-Dubnow-Institut fur judische Geschichte und Kultur e.V. in Leipzig; 2000 Promotion (TU Berlin); seit 1995 Wiss. Assistentin der Stiftung Topographie des Terrors in Berlin.

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