Herbert Marcuses Gesellschaftskritik in "Der eindimensionale Mensch"

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GRIN Verlag, 2007 - 60 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft, Note: 2, Johann Wolfgang Goethe-Universitat Frankfurt am Main (Institut fur Sozialwissenschaften), Veranstaltung: V Zur Geschichte soziologischer Theorien. Sozialcharaktere in der Geschichte d. burgerl. Gesellschaft nach 1945, 10 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Die vorliegende Studie handelt von Herbert Marcuses Gesellschaftskritik in Der eindimensionale Mensch" aus dem Jahr 1967. Wie es im Vorwort der Herausgeber Heinz Maus und Friedrich Furstenberg heisst, unternimmt die Soziologie nicht nur den Versuch, Beobachtungen uber Gesellschaft und die sozialen Beziehungen ihrer Individuen anzustellen, sondern strebt nach Erkenntnis sozialer Gegenwartsprobleme." Diesen Anspruch verwirklicht Herbert Marcuse, indem er gesellschaftliche Zustande zugespitzt darstellt. Mit seinen Ergebnissen mochte er zur Verbesserung der menschlichen Lage"1 beitragen: Im Brennpunkt meiner Analyse stehen Tendenzen in den hochstentwickelten gegenwartigen Gesellschaften. Es gibt weitere Bereiche innerhalb und ausserhalb dieser Gesellschaften, wo die beschriebenen Tendenzen nicht herrschen- ich wurde sagen: noch nicht herrschen. Ich entwerfe diese Tendenzen und biete einige Hypothesen, nichts weiter."2 Ziel dieser Arbeit ist, einerseits die zentrale Argumentation in Herbert Marcuses Der eindimensionale Mensch" vorzustellen, andererseits zu hinterfragen, inwiefern Marcuse konkrete Losungsansatze zur Verbesserung der gesellschaftlichen Situation bereithalt. Ebenso werde ich uberlegen, ob Marcuses Darstellung der Industriegesellschaft der spaten Sechziger Jahre, auf die heutigen Verhaltnisse ubertragbar ist, oder ob nicht auch Marcuse unter dem Eindruck des kalten Krieges und der Nationalsozialistischen Diktatur, die ihn 1933 zur Emigration zwang, eine allzu pessimistische und gleichfalls ideologisch gefarbte Sicht propagiert. Denn, es bleibt, wie ich meine, nicht dab
 

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Popular passages

Page 15 - Die Menschen erkennen sich in ihren Waren wieder; sie finden ihre Seele in ihrem Auto, ihrem Hi-Fi-Empfänger, ihrem Küchengerät. Der Mechanismus selbst, der das Individuum an seine Gesellschaft fesselt, hat sich geändert, und die soziale Kontrolle ist in den neuen Bedürfnissen verankert, die sie hervorgebracht hat.
Page 13 - Leben selbst ist wesentlich Aneignung, Verletzung, Überwältigung des Fremden und Schwächeren, Unterdrückung, Härte, Aufzwängung eigner Formen, Einverleibung und mindestens, mildestens, Ausbeutung - aber wozu sollte man immer gerade solche Worte gebrauchen, denen von alters her eine verleumderische Absicht eingeprägt ist?
Page 11 - Stenotypistin ebenso attraktiv hergerichtet ist wie die Tochter ihres Arbeitgebers, wenn der Neger einen Cadillac besitzt, wenn sie alle dieselbe Zeitung lesen, dann deutet diese Angleichung nicht auf das Verschwinden der Klassen hin, sondern auf das Ausmaß, in dem die unterworfene Bevölkerung an den Bedürfnissen und Befriedigungen teil hat, die der Erhaltung des Bestehenden dienen
Page 9 - Sicht erst recht bestätigen können, gehören .die meisten der herrschenden Bedürfnisse, sich im Einklang mit der Reklame zu entspannen, zu vergnügen, zu benehmen und zu konsumieren, zu hassen und zu lieben, was andere hassen und lieben, [...] in diese Kategorie falscher Bedürfnisse...
Page 8 - Falsch" sind diejenigen, die dem Individuum durch partikuläre gesellschaftliche Mächte, die an seiner Unterdrückung interessiert sind, auferlegt werden: diejenigen Bedürfnisse, die harte Arbeit, Aggressivität, Elend und Ungerechtigkeit verewigen.
Page 5 - Die Weise, in der eine Gesellschaft das Leben ihrer Mitglieder organisiert, schließt eine ursprüngliche Wahl zwischen geschichtlichen Alternativen ein, die vom überkommenen Niveau der materiellen und geistigen Kultur bestimmt sind.
Page 17 - Die Technisierung macht einstweilen die Gesten präzis und roh und damit die Menschen. Sie treibt aus den Gebärden alles Zögern aus, allen Bedacht, alle Gesittung. Sie unterstellt sie den unversöhnlichen, gleichsam geschichtslosen Anforderungen der Dinge. So wird etwa verlernt, leise, behutsam und doch fest eine Tür zu schließen. Die von Autos und Frigidaires muß man zuwerfen, andere haben die Tendenz, von selber einzuschnappen und so die Eintretenden zu der Unmanier anzuhalten, nicht hinter...
Page 7 - In dieser Gesellschaft tendiert der Produktionsapparat dazu, in dem Maße totalitär zu werden, wie er nicht nur die gesellschaftlich notwendigen Betätigungen, Fertigkeiten und Haltungen bestimmt, sondern auch die individuellen Bedürfnisse und Wünsche.
Page 22 - Vollständige Automation im Reich der Notwendigkeit würde die Dimension freier Zeit als diejenige eröffnen, in der das private und gesellschaftliche Dasein sich ausbilden würde. Das wäre die geschichtliche Transzendenz zu einer neuen Zivilisation14.

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