Hermann und Dorothea

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F. Vieweg u. Sohn, 1850 - 114 pages
Illustration zu Goethes Werk, darüber Hinweis auf Serie, darunter Titel
 

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Page 84 - Zu der verdienten Gewalt, die doch ihr im Hause gehöret. Dienet die Schwester dem Bruder doch früh, sie dienet den Eltern, Und ihr Leben ist immer ein ewiges Gehen und Kommen, Oder ein Heben und Tragen, Bereiten und Schaffen für andre, Wohl ihr, wenn.
Page 62 - Als sich der erste Glanz der neuen Sonne heranhob, Als man hörte vom Rechte der Menschen, das allen gemein sei, Von der begeisternden Freiheit und von der löblichen Gleichheit! Damals hoffte jeder sich selbst zu leben; es schien sich Aufzulösen das Band, das viele Länder umstrickte, Das der Müßiggang und der Eigennutz in der Hand hielt. Schauten nicht alle Völker in jenen drängenden Tagen Nach der Hauptstadt der Welt, die es schon so lange gewesen, Und jetzt mehr als je den herrlichen Namen...
Page 112 - Lebe glücklich, sagt' er. Ich gehe; denn alles bewegt sich Jetzt auf Erden einmal , es scheint sich alles zu trennen. Grundgesetze lösen sich auf der festesten Staaten, Und es lös't der Besitz sich los vom alten Besitzer, Freund sich los von Freund : so lös't sich Liebe von Liebe.
Page 85 - Wird, und die Stunden der Nacht ihr sind wie die Stunden des Tages, Daß ihr niemals die Arbeit zu klein und die Nadel zu fein dünkt, Daß sie sich ganz vergißt, und leben mag nur in Andern ! Denn als Mutter, fürwahr, bedarf sie der Tugenden alle, Wenn der Säugling die Krankende weckt und Nahrung begehret Von der Schwachen, und so zu Schmerzen Sorgen sich häufen.
Page 62 - Schauten nicht alle Völker in jenen drängenden Tagen Nach der Hauptstadt der Welt, die es schon so lange gewesen, Und jetzt mehr als je den herrlichen Namen verdiente? Waren nicht jener Männer, der ersten Verkünder der Botschaft, Namen den höchsten gleich, die unter die Sterne gesetzt sind? Wuchs nicht jeglichem Menschen der Mut und der Geist und die Sprache?
Page 31 - Denn wir können die Kinder nach unserem Sinne nicht formen; So wie Gott sie uns gab, so muß man sie haben und lieben, Sie erziehen aufs beste und jeglichen lassen gewähren. Denn der eine hat die, die anderen andere Gaben; Jeder braucht sie, und jeder ist doch nur auf eigene Weise Gut und glücklich.
Page 61 - Denn wer leugnet es wohl, daß hoch sich das Herz ihm erhoben, Ihm die freiere Brust mit reineren Pulsen geschlagen, Als sich der erste Glanz der neuen Sonne heranhob, Als man hörte vom Rechte der Menschen, das allen gemein sei, Von der begeisternden Freiheit und von der löblichen Gleichheit!
Page 5 - Und so kanut' er auch wohl die besten weltlichen Schriften. Dieser sprach' ich tadle nicht gern, was immer dem Menschen Für unschädliche Triebe die gute Mutter Natur gab. Denn was Verstand und Vernunft nicht immer vermögen, vermag oft Solch ein glücklicher Hang , der unwiderstehlich uns leitet.
Page 113 - Locket neue Wohnung dich an und neue Verbindung, So genieße mit Dank, was dann dir das Schicksal bereitet. Liebe die Liebenden rein, und halte dem Guten dich dankbar. Aber dann auch setze nur leicht den beweglichen Fuß auf; Denn es lauert der doppelte Schmerz des neuen Verlustes. Heilig sei dir der Tag; doch schätze das Leben nicht höher Als ein anderes Gut, und alle Güter sind trüglich. Also sprach er; und nie erschien der Edle mir wieder. Alles verlor ich indes, und tausendmal dacht ich der...
Page 83 - Vertriebne zu schmeicheln; Aber ich täusche mich nicht mit leichter Hoffnung in diesen Traurigen Tagen, die uns noch traurige Tage versprechen: Denn gelöst sind die Bande der Welt; wer knüpfet sie wieder Als allein nur die Not, die höchste, die uns bevorsteht!

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