Ich hôrte ein wazzer diezen – Walther von der Vogelweide als politischer Redner?: Analyse der politischen Sprachverwendung und Persuasiver Strategien im zweiten Reichston

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GRIN Verlag, May 6, 2010 - Literary Criticism - 19 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik, Note: 1,7, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Sprache: Deutsch, Abstract: Das dichterische Werk des mittelalterlichen Poeten Walther von der Vogelweide lässt sich bedenkenlos in einem Atemzug mit dem herausragender moderner deutschsprachiger Dichter wie Goethe oder Schiller nennen. [...] Doch wie Goethe und Schiller nicht nur Dramen verfassten, so besteht auch das dichterische Werk Walthers nicht ausschließlich aus Liebeslyrik. Daher scheint die oft vorgenommene Reduktion dieses Dichters auf seinen Minnesang als schlichtweg unzureichend. Denn Walther von der Vogelweide hat zeitlebens, und damit war er keine Ausnahme, auch politische Lyrik verfasst. In zahlreichen Überlieferungen können Bezüge auf aktuelle politi-sche Themen seiner Zeit nachgewiesen werden. Von dem mittelalterlichen Dichter ließe sich nämlich für die Verarbeitung von Politik in der Literatur einiges lernen. So bediente sich Walther bereits einer Reihe von Strategien, die so raffiniert wie auch wirkungsvoll waren, dass sie bis heute als Vorbild für die Auseinandersetzung mit Politik in der Literatur dienen können. Wenn also die politische Lyrik Walthers bis heute einen Anspruch auf Exemplifikation hat, müsste sich dessen Werk auch anhand uns heute bekannter und bewährter Strategien der politischen Sprachverwendung untersuchen lassen! Um diese These hinreichend diskutieren zu können, soll in der vorliegenden Hausarbeit der Versuch unternommen werden, ein lyrisches Werk Walthers von der Vogelweide sowohl einer Analyse der Merkmale politischer Sprach-verwendung als auch der immanenten persuasiven Strategien zu unterziehen. Als Exempel soll hierfür der zweite Reichsspruch - Ich hôrte ein wazzer diezen - aus dem »Reichston« herangezogen werden, da diese Strophe während des Zeitraums, in dem erste Auflösungserscheinungen im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen unübersehbar waren und sich der Autor sowohl mit der Gegenwart als auch mit der Zukunft des Reiches kritisch auseinandersetzte, entstand. Der Strophe wird sich in Kapitel 2 auf inhaltlicher Ebene genähert werden, denn ihr inhaltlich-kontextuelles Verständnis ist für eine solche Analyse unerlässlich. Von dieser Basis ausgehend erscheint es vor der eigentlichen Analyse notwendig, die theoretische Grundlage für die Merkmale der politischen Sprachverwendung sowie der persuasiven Strategien zu schaffen. Erst danach kann sich die praktische Umsetzung der theoretischen Kenntnisse im Bezug auf die zweite Strophe anschließen.
 

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