Identität und Emotionalität im Königinnenstreit - Die 14 Aventiure des Nibelungenliedes

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GRIN Verlag, Mar 2, 2007 - Literary Criticism - 24 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik, Note: 1,0, Freie Universität Berlin, 30 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: In mittelalterlichen Epen und Romanen tauchen höfische Damen, Könige und Ritter auf, die vielfach erscheinen, als seien sie schablonenhaft gezeichnet; in ihrem Verhalten streng an Ritualen orientiert, in den Dichter-Beschreibungen mehr typenhaft denn individualistisch gezeichnet. Dennoch ist es nach heutigem mediävistischem Forschungsstand ungenügend, bloße Typen auszumachen oder - das andere Extrem - psychologisierend die Handlungsmotivationen einzelner Figuren zu untersuchen. Statt dessen können wir moderne Identitätstheorien aus heuristischem Interesse an mittelalterliche Literatur herantragen, um zu untersuchen, wie die Identitätsbildung der Figuren beschrieben wird, welche Gender-Konflikte zu Tage treten und wie Emotionen beschrieben werden, welche Funktionen sie erfüllen und wie auch sie evtl. Ausdruck von Identitäten und Gesellschaftssystemen sind. Eine solche Untersuchung soll diese Arbeit leisten; exemplarisch an einer der im Hinblick auf diese Kategorien auffälligsten und umstrittensten Szenen der deutschen mittelalterlichen Literatur: dem Königinnenstreit des Nibelungenlieds (NL). Dieses Epos liefert uns zwei nur schwer durch Typisierungen erfassbare Frauengestalten, die in der 14. Aventiure um Rangfragen streiten und damit aus dem modernen Blickwinkel die Frage nach ihren sozialen Identitäten aufwerfen. Der Textanalyse voraus gehen drei notwendige Kapitel zum Theorierahmen (2), zum Forschungsstand der hier skizzierten Themen (3) und zum inhaltlichen Kontext der 14. Aventiure (4). In der Textanalyse (5) wird dann chronologisch dem Text gefolgt und stetig gefragt, welche identitätsbildenden Aspekte der Dichter den Frauen zugeschrieben hat, wie ihre Äußerungen auf ihre Selbstbilder schließen lassen, welche geschlechtsspezifischen Probleme, oder zumindest Aspekte, deutlich werden und wie auch Emotionen und die Performanz von Emotionen von den Figuren ausgehen und auf sie wirken sowie die Handlung vorantreiben.
 

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