Identität und Imagination. Zu einer Ästhetik des Politischen bei Rilke

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GRIN Verlag, Jan 3, 2006 - Literary Criticism - 20 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1, Universität Konstanz, Veranstaltung: Rilke - George - Hofmannsthal, 25 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Rilkes Verhältnis zum Politischen scheint selbst ein Politikum zu sein. Hatte die Rilke-Forschung dieses Thema lange und gerne umgangen, und sich mit biografischen und zeitgeschichtlichen Hinweisen zufriedengegeben, sah sie sich spätestens in den 70er Jahren zunehmend bedrängt, Rilkes Vereinnahmung durch den Nationalsozialismus zu erklären und damit „das sphärische Bild [des Autors und seines Werks] mit Eklat zu sprengen“. Dies endete dann entweder in der bedingungslosen Ablehnung bestimmter Dichtungen als neokonservativ, jeden Bezug auf das Soziale ablehnend, oder aber in einer vehementen Rechtfertigung von Werk und Autor. Dass dieser Gegenstand keineswegs erschöpft ist, zeigt nicht zuletzt die Kritik, die der 1992 von Joachim Storck herausgegebene Band „Briefe zur Politik“ widerfuhr. Allen Beiträgen gemeinsam ist die Behandlung des Themas als etwas Peripheres. Demnach wird meist strikt unterschieden zwischen einem poetischen und einem politischen Paradigma. Letzteres bleibt dabei stets randständig, nebensächlich, ersterem untergeordnet. Bezüglich des Nationalsozialismus’ herrscht der Grundtenor der Verlegenheit. Demgegenüber will diese Arbeit das Politische als eine spezielle Kategorie eines allgemeineren Prinzips begreifen, was m.E. heißt , dass Rilkes Verständnis des Politischen als genuin ästhetisches zu bestimmen ist. Die Frage nach der Konstitution und Beschaffenheit des Politischen wäre dann nicht unabhängig von Rilkes poetischer Produktion und den daraus ableitbaren poetologischen Konsequenzen zu beantworten. Die Aufgabenstellung muss es also sein, zu fragen, ob und wie in Rilkes Texten dem Charakter des Politischen eine ästhetische (vielleicht sogar poetische) Disposition zugrunde gelegt werden kann. In der Arbeit soll anhand einiger explizit politischer Stellungnahmen Rilkes zunächst versucht werden, die dort entwickelte Gründung und Figuration des Politischen nachzuzeichnen. Es wird dann nach den politischen, gesellschaftlichen (und nicht zuletzt ästhetischen) Prämissen und Konsequenzen zu fragen sein, mit denen ein solcher Entwurf einhergeht.
 

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