Identitätsstiftung in den autobiographischen Texten Johann Heinrich Jung-Stillings

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GRIN Verlag, 2012 - 132 pages
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Examensarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, Universitat des Saarlandes, Sprache: Deutsch, Abstract: Versucht ein Mensch sich an sein eigenes Leben zu erinnern, so ist davon auszugehen, dass ihm zunachst eine ungeordnete Flut von Bildern und Eindrucken in den Sinn kommt, welche es zu sortieren und chronologisch anzuordnen gilt, zumal wenn er sich das Ziel gesetzt hat, die eigenen Erinnerungen auch anderen Menschen zu ubermitteln. Die Besonderheit der gattung liegt hierbei darin, dass sich aus der Erinnerung geschopfte Informationen aufgrund ihrer geringen Exaktheit recht einfach (bewusst oder unbewusst) im Sinne bestimmter Absichten anordnen und interpretieren lassen. Da es nun zudem als Grundanliegen des Menschen zu gelten hat dem eigenen Leben einen wie auch immer gearteten Sinn zu verleihen, ist die bewusste Realisierung eines solchen unter Umstanden wirklichkeitsverfalschenden Arrangements sogar als sehr wahrscheinlich anzusehen. Spatestens seit Beginn der Moderne jedenfalls wird Sinnstiftung zu einer der bedeutendsten individuellen Aufgaben jedes Einzelnen und fordert besonders im Ausnahmefall der Abfassung einer Autobiographie eine uberlegte Darstellung der zur Verfugung stehenden Erinnerungen. Da die Voraussetzung jeder Sinngebung aber die Operation mit einem klaren Ich-Konzept ist, das in Form personlicher Identitat geschaffen und gefestigt werden muss, kann Identitatsstiftung somit gewissermassen als anthropologische Konstante angesehen werden. Diese dient hierbei verschiedenen Anliegen: Sie soll dem eigenen Leben Bestandigkeit verleihen, Entscheidungen legitimieren, eine Absicherung der Wahl des personlichen Lebenswegs gewahrleisten und so die Gewissheit liefern, die eigene Lebensfuhrung gegenuber anderen behaupten und schutzen zu konnen. Die vorliegende Arbeit will es sich nun zur Aufgabe machen anhand der Autobiographie Johann Heinrich Jung-Stillings ein moglichst umfassendes Gesamtbild der Identitats
 

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